Artikel-Schlagworte: „Erfahrungsbericht“

Ich, die einen 3-monatigen Irlandaufenthalt hinter sich hat, möchte nun auch euch ein Stückweit an meiner Erfahrung teilhaben lassen. Es gibt so viel zu erzählen- so viel, dass ich sicher nicht alles schreiben kann, aber damit ihr zumindest einen kleinen Einblick bekommt, habe ich für euch meine erste Woche in Irland einmal zusammengefasst. Von dem Abschied meiner Eltern über die Ankunft und das erste Aufeinandertreffen mit meiner Gastfamilie bis hin zu meinem ersten Schultag an einer völlig fremden Schule.

Am Donnerstag flog ich pünktlich um 10.30 in Hamburg los. Meine Eltern brachten mich zum Flughafen und auch mein Onkel und meine Tante schauten noch vorbei. Das Gewicht meines Gepäcks  war knapp unterm Limit (19,8kg) und auch bei der Kontrolle gab es keine Probleme. Erst jetzt merkte ich, wie angespannt ich vor Angst war, dass ich dort aufgehalten werden könnte aus irgendeinem Grund. Vor Freude sprang ich in die Luft und war danach absolut tiefenentspannt. Eine super Voraussetzung für den ersten Flug, den man alleine bestreitet. Den Flug ins sonnige Dublin genoss ich durch und durch und auch am Dubliner Airport lief alles glatt. Ich musste zwar ein wenig dort auf meine Gastmutter warten, aber aufgrund meiner bereits erwähnten Tiefenentspannung, blieb ich absolut ruhig. Der erste Schritt zu meiner ganz persönlichen Reise war getan und bis jetzt wurde ich nur von positiver Neugier geplagt.  Meine Gastmutter lud mich zum Lunch ein und wir schnackten ein bisschen. Ich war  überrascht, wie gut das funktionierte. Sie hatte schon einige Erfahrung mit Austauschschülern und war daher eine gute Ansprechpartnerin und Vertrauensperson für mich in der nächsten Zeit.
Wir warteten noch eine Stunde am Flughafen um eine andere deutsche Austauschschülerin, Laura, mitzunehmen, mit der ich die ersten beiden Nächte mein Zimmer teilte. Ich war ziemlich überrascht, dass meine Gastfamilie so viele Austauschschüler bei sich hatte. Zu dem Zeitpunkt einen Südkoreaner, eine Brasilianerin und eine Spanierin in meinem Alter, mit der ich mich sehr gut verstanden habe, und die mir auch sehr beim Einleben in Portmarnock geholfen hatte.
Portmarnock ist mehr oder weniger ein kleiner Vorort von Dublin mit um und bei 9000 Einwohnern, klein, übersichtlich und nicht viel los. Das Schönste dort war der Strand, der grade mal 5 Minuten zu Fuß von meinem neuen Zuhause entfernt war.
Am ersten Tag holte ich auch gleich meine Schuluniform, und die Bluse und der Pulli sahen eigentlich ganz nett aus, aber der Rock war nicht ganz so mein Fall: grau und waden-/knöchellang, aber das war auch gut so bei dem kalten Wind dort. Laura und ich schlenderten noch ein wenig durch Portmarnock. Wie bereits erwähnt, ist Portmarnock ein typischer Vorort, was für mich, die nun selbst aus einer Großstadt kommt, mal sehr abwechslungsreich war. Man soll es nicht glauben, aber jedes Haus, jede Ecke, wirklich alles sieht gleich aus. Dementsprechend haben wir uns gleich verlaufen. Aber halb so schlimm, nach Hause schafften wir es trotzdem wieder schnell.
Zum Abendbrot gab es dann Fish’n‘Chips, und das war auch nicht das letzte Mal. Der erste Tag war ganz vielversprechend. Schön und aufregend. Noch mehr Vorfreude auf die nächsten Tage machte sich breit.

Am nächsten Tag sind Laura und ich zum Treffpunkt in die Innenstadt gefahren, wo wir Leute von der Organisation getroffen haben, damit die uns ein bisschen herumführen, weitere Infos geben und so weiter und so fort. Der Spire, wo wir uns getroffen haben, ist das Markenzeichen von Dublin, eine riesige Nadel , die in den Himmel sticht, vielleicht 100m hoch? Verfehlen kann man sie auf jeden Fall nicht.
Die Organisation brachte uns, eine Gruppe 7 deutscher Mädchen, in ein Hotel, wo sie uns zu Kaffee und Kuchen einluden. Währenddessen stellten wir uns alle gegenseitig vor und sie gaben uns unsere irischen Handys+ SIM-Karte. Danach zeigten sie uns noch die Sprachschule, wo sie sich unter der Woche aufhielten und dann wanderten wir durchs City Center, d. h. unter anderem Temple Bar und Trinity College und am Ende luden sie uns noch auf eine Pizza ein inkl. Vorspeise. Das waren Mengen, das konnte man gar nicht aufessen!


Danach sind wir Mädels noch auf eigenem Fuße durch Dublin geschlendert und haben uns umgeschaut. Das war toll! Wir schossen eine Unmenge an Bildern, gingen bei Penneys shoppen (das ist so was wie Primark, also viel für wenig Geld) und unterhielten uns über die kommende Zeit.

Irlands Strand

Am Samstag traf ich mich mit Aisling. Sie war letztes Jahr für drei Monate in Deutschland bei ihrem Onkel und ging zufälligerweise auf dieselbe Schule wie ich, daher kenne ich sie. Damals freute ich mich tierisch, dass ich schon jemanden aus Dublin kannte, bevor ich überhaupt dort war.
 Das Wetter war wieder einmal hervorragend, Sonne pur, und auch sie zeigte mir ein paar Ecken in Dublin, unter anderem den St. Stephan’s Green, ein gemütlicher, kleiner Park am Ende der Shoppingmeile.
 Als ich wieder in Portmarnock war, ging ich allein an den Strand. Ob ich wollte oder nicht, plötzlich fühlte ich mich alleine. Es war das erste Mal, dass ich wirklich ganz alleine mich dort in Irland befand, denn Laura war am Morgen abgereist zu ihrer eigentlichen Gastfamilie. Alles ist neu und so unbekannt und mir wurde bewusst, dass ich mir nicht sicher sein konnte, ob sich das wirklich in drei Monaten ändert. Werde ich hier Anschluss finden? Wenn nicht, würde das wirklich eine lange Zeit werden.

Sonntag habe ich mich mit ein paar spanischen Austauschschülern getroffen, oder besser gesagt meine Gastmutter arrangierte das Treffen für mich. Ich kannte dort ja noch keinen. Sie zeigten mir ein bisschen Portmarnock,  und “integrierten” mich. Sie sind sehr nett, sowieso ist hier jeder absolut freundlich. Zumindest darum musste ich mich hier nie sorgen. Später stieß ich noch auf Catharin und Marlene, zwei weitere deutsche Austauschschülerinnen aus Deutschland, die in meiner Nachbarschaft wohnen und schon seit Anfang des Schuljahres da waren.

Der erste Schultag: Glaubt mir, ich war so aufgeregt und nervös, ich konnte es selbst kaum glauben. Rock und Pulli waren ein bisschen groß, aber alles in allem kann ich mir schon vorstellen, dass ich mich bald in der Uniform wohlfühlen werde, was auch wirklich eintraf. Catharin & Marlene brachten mich zur Schule (10 Minuten zu Fuß). Den ganzen Schultag war ich Marlenes Schatten, da ich noch keinen Stundenplan hatte.
Die Schule unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht zu der, die ich kenne, aber daran gewöhnte ich mich in den meisten Hinsichten recht zügig. Als ich später am Tag meine Fächer wählte, entschied ich mich für Kunst, Musik, Französisch und Ingenieurswesen (das erinnert an Werken). Desweiteren habe ich Irisch, dass hier ein Pflichtfach ist, Mathe, Englisch, Sport und Religion. In Irisch ging ich aber meistens zu Extra Englisch, was sie hier für das fünfte Jahr eingerichtet hatten, da auf meiner Schule dieses Jahr sehr viele Austauschschüler waren.

Rückblickend kann ich sagen, dass es eine gute Erfahrung war mal eine Schule in einem anderen Land zu besuchen. Es hat mich entspannter gemacht  und einige Dinge weiß ich nun auch wieder an meiner deutschen Schule zu schätzen, allerdings hat mir persönlich die Sprachenschule mehr gebracht. Freundschaften aufzubauen war dort wesentlich leichter, aber nun gut, es ist eigentlich auch nicht normal, dass so viele Austauschschüler auf einer normalen High School sind. Mir hat diese Tatsache einiges erschwert, da den irischen Schülern nicht wirklich etwas daran gelegen war, uns in ihre Grüppchen zu integrieren. Und auch so gut wie alle Austauschschüler waren schon das komplette Schuljahr da.

Dennoch habe ich dort schöne Erlebnisse gehabt und bin froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

So viel von mir und meinen ersten paar Tagen. Ich hoffe, dieser Bericht hat euch ein wenig weiter gebracht ;)

Wenn ihr no9ch mehr wissen wollt, könnt ihr gerne meinen Blog besuchen, den ich während meines Aufenthalts geführt habe.
 
-> www.marleen-on-tour.blogspot.com


 

Endlich, am 04. April 2013, war es so weit. Der Tag, an dem mein großer Traum, einige Wochen in einem anderen Land zu leben, in Erfüllung gehen sollte, war da. Nachdem ich noch einige Tränen am Flughafen vergoss, flog ich zusammen mit Miriam aus Erlangen, einer weiteren deutschen Gastschülerin, von München nach Dublin. Dort angekommen, stieg meine Aufregung und Nervosität merklich. Als ich aber meine in Malahide wohnende Gastfamilie kennenlernte, fühlte ich mich vom ersten Moment an wohl und sicher. Meine Gastmutter Grainne Kenny, eine Mode-Designerin, ihre zwei Söhne, Dylan(16) und Christopher (11), die brasilianische Haushälterin Andrea und anfangs noch der mexikanische Gastschüler Aaron, wohnten zusammen in einer Doppelhaushälfte in dem Vorort von Dublin.

Zur Schule ging ich in die Portmarnock Community School im Stadtteil Portmarnock. Mein Schulweg dauert mit dem Bus etwa 15 Minuten. Wie an allen irischen Schulen strengstens vorgegeben, müssen alle Schüler eine Schuluniform tragen, so auch ich. Anfangs war es sehr ungewohnt, aber ich gewöhnte mich schnell daran. Schon am ersten Schultag lernte ich viele Austauschschüler aus Spanien, Deutschland, Österreich und Schweden kennen. Anfangs war ich begeistert, soviel unterschiedliche junge Leute kennen zu lernen. Allerdings zeigte sich schon bald, dass es eine Herausforderung war, Freundschaften zu irischen Jugendlichen aufzubauen. Da irische Schüler gewöhnt sind, ständig Austauschschüler um sich zu haben, ist dieser Umstand nichts Besonderes für sie. Kaum jemand kam auf mich zu. Alle Initiativen gingen von mir aus.

Ich besuchte an der öffentlichen Schule das 4. Jahr (10.Klasse). In Irland legen die Schüler in der 9. Klasse Prüfungen ab. Das sogenannte Transition Year, ein Orientierungsjahr, in dem kein Leistungsdruck mit Prüfungen und Noten ausgeübt wird und ist daher ziemlich locker. Auf meinem Stundenplan standen unter anderem Fächer wie Textile (Stricken, 2 Stunden pro Woche), Engineering (2 Stunden pro Woche), Third World Studies ( auch 2 Stunden pro Woche, in dem Fach gingen wir in den Schulgarten und pflanzten Knoblauch und Karotten an und gingen Müllsammeln). Abgesehen von diesen ungewöhnlichen Fächern hatten wir auch Irisch, Englisch, Deutsch, Mathe, Chemie, Informatik und Sport.

Der Unterrichtsstoff war mir meist schon bekannt. Dadurch fiel mir das Verstehen der Lehreransagen leichter. Auch die Lehrer nehmen dieses Übergangsjahr sehr locker.  Ein Unterrichtstag dauerte außer mittwochs von 8.45 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Mittwoch war der Halfday und dauerte nur bis 12.40 Uhr. Allerdings stand für mich am freien Nachmittag von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr ein Englischkurs meiner Organisation auf dem Programm. Die Betreuung der Organisation war sehr gut.

Nach dem Transition Year gibt es die Möglichkeit das Leaving certificate zu erwerben. Dazu müssen die Schüler ein 5. und 6. Jahr absolvieren. Diese beiden Jahren sind sehr anstrengend. Anfangs war alles neu und aufregend, aber nach ein paar Wochen hatte ich mich eingelebt. Am Wochenende unternahm ich viel mit Freunden und meiner Familie. Zusammen mit fünf deutschen Mädchen aus meiner Organisation fuhr ich an die Westküste und besichtigte unter anderem die Cliffs of moher. Es war unglaublich schön dort!

Ich habe in diesen zwei Monaten viel Neues kennengelernt und wichtige Erfahrungen gesammelt. So zum Beispiel ist den Iren ein vereinbarter Termin nicht so wichtig wie uns Deutschen. Diesen pünktlich einzuhalten, gehört nicht zu den Stärken vieler Inselbewohner. Auffallend ist die vergleichsweise konservative Einstellung der Bevölkerung. In der Öffentlichkeit halten sich die jungen Menschen auch daran. Händchen halten oder Zärtlichkeiten austauschen in der Öffentlichkeit ist wohl tabu.

Alles in allem hat es mir in Irland sehr gut gefallen und ich kann einen Auslandsaufenthalt bei einer Gastfamilie nur empfehlen!

Hallo Ihr,

ich werde euch einmal ein bisschen von meinem zwei monatigen Aufenthalt in Irland erzählen. Wenn ich alles aufschreiben würde, was ich in dieser leider viel zu kurzen Zeit erlebt habe, wäre das vermutlich viel zu viel, deshalb hier meine Zusammenfassung.

Wenn ihr nach Irland reisen möchtet, solltet ihr auf jeden Fall Humor haben, gerne mal offen auf fremde Leuten zugehen, immer einen Regenschirm dabei haben und es nicht so streng mit der Pünktlichkeit nehmen. Natürlich High School Aufenthalt Irlandist es von Vorteil, wenn man nicht komplett schüchtern ist und auch gerne mal etwas erzählt, aber keine Angst, ich selbst habe am Anfang auch nicht allzu viel gesprochen, weil ich mich an alles erst einmal gewöhnen musste. Doch von Tag zu Tag macht es mehr Spaß Englisch zu reden.

Ich war unglaublich aufgeregt, als ich in Irland ankam und meine Gastmutter kam ca. 30 Minuten später als geplant – Ihr könnt euch vorstellen, wie ich da am Flughafen stand und wartete. Ich hatte zuvor schon ein paar Bilder per E-Mail von ihr bekommen und ein wenig mit ihr geschrieben, also wusste ich schon in etwa, wie sie aussieht. Die komplette Autofahrt in mein neues Zuhause starrte ich aus dem Fenster und bewunderte dieses wirklich sehenswerte Land. Das Meer, der Linksverkehr, die Menschen…ALLES. Meine Gastmutter stellte mir dann einige Fragen und sofort fanden wir etliche Gesprächsthemen, obwohl mein Englisch nicht ganz fehlerfrei war. Sie half mir bei der Aussprache und erklärte mir, wenn ich etwas falsch gesagt hatte, ohne besserwisserisch zu wirken.  Ich lernte selten so humorvolle, liebevolle und herzliche Menschen kennen. Meine Gastfamilie hat mich sofort in die Familie mit einbezogen und ist mir richtig ans Herz gewachsen.

Die Iren reden unheimlich gerne und sind unglaublich freundlich. Ob sie dich im Bus einfach mal anquatschen, oder beim Spazieren gehen, oder gar in einem Cafe: Man kann immer viel Spaß mit ihnen haben.

Besonders gut fand ich, dass man hier vor Ort eine sehr gute Unterstützung von dem Team in Irland bekommt. An den ersten 4 Mittwochen besuchten alle deutschen Austauschschüler die Language School, um ein Statement abzugeben und über Probleme zu reden, falls es welche geben sollte. Vorort gibt es auch eine Frau, die Deutsch sprechen kann, falls ihr Hilfe braucht. Alle sind ausgesprochen nett und hilfsbereit, falls ihr irgendwelche Probleme haben solltet, zögert nicht, sie anzusprechen. Dafür sind sie da :) Ein deutsches Mädchen fühlte sich beispielsweise unwohl in ihrer Gastfamilie, was natürlich jedem passieren kann :) die Betreuer vor Ort waren sofort da, und hatten sich darum gekümmert. Sie konnte die Gastfamilie wechseln und hatte ebenfalls eine unvergessliche Reise. In Irland wird auch ein kostenloser Englischkurs angeboten. Diesen kann ich nur empfehlen, da auch drei Spanier teilnahmen und alles recht lustig gestalteten. Außerdem gibt es dort einen Computerraum und eine kleine Plauderecke, die ihr nutzen könnt.

Malahide Community SchoolGroßes Thema ist natürlich die Schuluniform. Ich besuchte die Malahide Community School, wie der Name schon sagt, in Malahide. Ich hatte einen blauen, etwas zu langen Rock, mit einer hellblauen Bluse (die aber fast nie gesehen wurde, da das Wetter nicht allzu sonnig war), einen blauen Pullover und blaue Kniestümpfe. Manche Schulen möchten auch, dass man die Schuljacke anzieht, die ebenfalls blau ist, bei anderen ist es aber auch erlaubt, seine eigene zu tragen. Hier für die Jungs: Ihr müsst eine graue Stoffhose und einen blauen Pulli tragen, sieht nicht einmal so schlecht aus ;) Insgesamt… für meinen Geschmack etwas zu viel blau :D Da ihr die Uniform gleich in den ersten Tagen kaufen müsst, solltet ihr das Geld bar dabei haben und rechnet damit, dass sie teuer sein wird. (ca. 170 Euro) Achja, bringt schwarze Schuhe mit, ansonsten müsst ihr euch in Irland neue kaufen. Den Mädchen kann ich Ballerinas empfehlen, die tragen hier viele. Aber auch Vans sind in Ordnung, Hauptsache sie sind schwarz. Doch habt keine Angst, am ersten Tag wollte ich gar nicht mit dieser Uniform herumlaufen, doch als ich in der Schule war und wirklich JEDER so aussah, habe ich mir darüber keine Gedanken mehr gemacht. Inzwischen ist sie total normal für mich geworden :)

Die Schuluniformen in Irland sehen alle ähnlich aus, die von Portmarnock haben einen grauen Rock, graue Kniestümpfe und einen blauen Pullover. Die Mädchenschulen haben meistens einen etwas kürzeren Rock, das ist aber nicht immer so. Aber wie gesagt, das Aussehen ist hier etwas, dass nicht im Vordergrund steht :)

Die irischen Schüler sind unheimlich nett, sehr offen und gesprächig. Natürlich solltet ihr auch auf sie zu gehen. Manchmal habt ihr selbst auch Austauschschüler in der Klasse, die ebenfalls Deutsch sind. Wenn das der Fall sein sollte, versucht trotzdem untereinander Englisch zu sprechen. Das tut eurem Englisch gut und ist höflich den Iren gegenüber :)

Ich besuchte das Transition Year, das eines der gelasseneren Jahre ist. Natürlich wird Unterricht gemacht und Hausaufgaben müssen erledigt werden, oft haben wir aber auch Filme gesehen oder Präsentationen gemacht. Auch hier sind die Lehrer wahnsinnig nett, wenn ihr Fragen habt, stehen sie euch immer zur Verfügung, und wenn ihr etwas nicht machen wollt, weil ihr euch unwohl fühlt, kann man immer mit ihnen reden.

Neben meinen Pflichtfächern wie zum Beispiel, Religion, Englisch, Mathe, Computer und Irish (in Irish dürft ihr Hausaufgaben machen, malen oder lesen, da man diese Sprache als Deutscher nicht verstehen kann), gibt es noch sogenannte Module, die man wählen muss. Da manche Fächer schon belegt sind, hat man natürlich nur noch eine kleinere Auswahl, doch das ist total in Ordnung. Ihr müsst noch eine Fremdsprache wählen, meistens Spanisch oder Französisch. Falls ihr in Deutschland keine weitere Sprache gelernt habt, könnt ihr auch Deutsch wählen, das wird an manchen Schulen angeboten. Meine Module waren z.B. Theater, Media, Art, French und Geography. Alle Module habe ich mir nicht gemerkt, es soll aber auch noch History, Sport, Spanish, Wood, Ingeneering und so weiter geben. Also ist für jeden etwas dabei. In Theater haben wir oft Spiele gespielt und kurze Szenen nachgespielt, was wahnsinnig lustig war. In Media schreibt man Artikel für die sogenannte BLUE NEWS Zeitschrift, die auch verkauft wird. Hier konnte ich zwei Artikel schreiben, die auch veröffentlicht wurden. Fand ich super. Was man in Art (Kunst) macht, brauch ich vermutlich nicht zu erklären :) Nur eines, ihr müsst nicht begabt sein, um dieses Fach zu wählen. In dem Kurs sind einige (unter anderem ich), die nicht das Talent von Picasso haben.
Geography ist nicht das gewöhnliche Erdkunde, was wir von der Schule kennen, nein. Es ist tausendmal interessanter und nur zu empfehlen. Einmal hat unsere Lehrerin eine Schlange mitgebracht, die wir alle auch mal auf den Arm nehmen durften. Der Unterricht ist extrem spannend und abwechslungsreich.

Der Unterricht dauert meistens bis um 15:50 Uhr außer mittwochs, da nur bis 12:15 Uhr. Klingt lang, aber man gewöhnt sich dran. Die Schule beginnt um 10 vor neun. Dann habt ihr drei Stunden Unterricht (jeweils 40 Minuten außer mittwochs) danach eine kurze Pause von 15 Minuten. Dann habt ihr zwei Unterrichtsstunden und dann eine Mittagspause von 40 Minuten. Und dann bis zum Ende Unterricht. Man gewöhnt sich daran, wirklich :)

Die Busverbindungen sind eigentlich ganz gut und meine Bushaltestelle lag nur 5 Minuten von meinem Haus entfernt. Wie ich schon erwähnt hatte, verbrachte ich meine zwei Monate in Malahide. Eine wunderschöne kleine “Stadt”. Andere deutsche Austauschschüler, wohnten in Portmarnock oder Swords. Nach Dublin bin ich mit dem Bus ca. 40 Minuten gefahren, nach Portmarnock 15 und nach Swords ebenfalls 15 Minuten. Meistens bin ich aber mit meiner Freundin Sophia zu Fuß gelaufen.
Taxen gibt es hier unendlich viele, allerdings bin ich nur zweimal damit gefahren, da sie mir etwas zu teuer sind. Eine Busfahrt für ein Kind (unter 16) kostet eigentlich 1,25€. (Später haben wir dann herausgefunden, dass man auch ein Ticket erhält, wenn man dem Busfahrer nur einen Euro gibt). Ihr solltet darauf achten, das Geld im Bus passend zu haben, da er dir kein Rückgeld geben kann, sondern nur einen Zettel mit dem sogenannten “Refound” Betrag. Diese Zettel könnt ihr in einem Busoffice einlösen. Habe die Zettel über Wochen lang gesammelt und am Ende mehr als 10 Euro bar bekommen, also schmeißt die Dinger nicht weg ;)

Da meine Freunde und ich noch ein bisschen mehr von Irland sehen wollten, haben wir auch One-Day Touren gebucht (Mit Hilfe von der Organisation). Da bekommt ihr sogar ein bisschen Rabatt :) Die Touren könnt ihr euch unter dieser Internetseite ansehen: http://paddywagontours.com/ Die Busfahrer dort sind echt lieb und unterhaltsam :) Empfehlen kann ich euch die Tour zu Cliffs of Moher oder Ring of Kerry. Giants Causeway soll auch richtig schön gewesen sein.

Noch einmal zu dem Wetter: ich war vom 4 April bis zum 2 Juni hier in Irland. Anfang April war es extrem regnerisch und stürmisch, also nehmt bitte immer eine Regenjacke oder so etwas Ähnliches mit. Ende Mai wurde es dann wirklich richtig sonnig und warm. Also nicht nur dicke Kleidung :) Der irische Wetterbericht hat bei meinem zweimonatigen Aufenthalt ca. 3 Mal richtig gelegen, also verlasst euch nicht auf diesen. Ihr solltet immer einen Regenschirm dabei haben, weil es in Irland immer ganz plötzlich zu regnen beginnt, dafür auch meist nur 10 Minuten.

So, ich denke, jetzt hab ich euch genug geschrieben :)

An der Stelle möchte ich nur noch dem Kolumbus Team für die tolle Zusammenarbeit mit meinen Eltern danken. Für die super Organisation und dem echt freundlichen Team. Natürlich auch ein Danke an das Team vor Ort, das immer für mich da war. An die Schüler der Malahide Community School, und das Transition Year, mit denen ich die schönste Zeit meines Lebens verbringen durfte. Natürlich auch an die deutschen Mädchen, die ich durch die Organisation kennen gelernt habe und viel Spaß erleben durfte (Marleen, Carina und Tamara). Vor allem an Sophia, die nicht weit von mir entfernt wohnte und mit der ich zusammen so viel erleben durfte. An meine Mama, die das alles ermöglicht und mich unterstützt hat & an meine wirklich großartige Gastfamilie, mit der ich sicher noch in Kontakt bleiben werde und die ich niemals vergessen werde.

Falls ihr Fragen oder sonstiges habt, dann schreibt mir doch einfach eine E-Mail, ich werde euch natürlich immer zurück schreiben.

miri.kueffner[at]googlemail.com

Viel Spaß weiterhin, liebste Grüße, Miriam.

 

Da war also mein letzter Monat angebrochen, irgendwie hat es mich ziemlich überrascht und es ist unglaublich, wie schnell die zweite Hälfte umgegangen ist. Im Nachhinein würde ich sagen, dass der März der beste Monat war. Nicht weil ich nach Hause gegangen bin, sondern weil ich mich mit meinen Freunden in Irland und auch meiner Gastfamilie so gut wie nie verstanden habe. Das liegt glaube ich einfach daran, dass es seine Zeit braucht, bis man solche Beziehungen aufbauen kann. Am Anfang hätte ich gedacht, dass es alles ganz schnell mit Freunden geht. Ich hatte immer Leute mit denen ich reden konnte und alles, aber bis ich Leute hatte, die ich wirklich Freunde nennen konnte, hat es seine Zeit gebraucht. Das war ein bisschen das Problem, denn wenn du eins auf deinem Auslandsaufenthalt nicht hast, ist das unendlich viel Zeit. Aber das wusste ich auch vorher und es wurde einem auch erzählt, dass wenn es mit Freunden richtig gut läuft, man schon fast wieder nach Hause muss. Letztendlich habe ich aber Freunde gefunden, die auch über die weite Distanz in Kontakt bleiben, von daher ist das fast schon wieder egal.

Am 17. März war St. Patrick’s Day. Das ist der Todestag des Schutzheiligen der Iren und das wird natürlich ganz groß gefeiert und Touristen aus aller Welt reisen an, um bei dem Spektakel dabei zu sein. Schon Monate vorher konnte man das Kommen des Feiertages in sämtlichen Geschäften, vor allem in den Touristen-Shops sehen. Nach und nach wurde Dublin immer grüner und überall tauchten Kleeblätter auf. Am Tag selber hatte ich mich mit meinen Freunden in der Stadt verabredet, um zusammen die Parade zu schauen und den Tag gemeinsam zu feiern. Das erste was ich sah, als ich in die Stadt kam, war .. nun ja.. grün! Alle Leute hatten sich grün angezogen und sich Koboldhüte aufgesetzt und sich die Flagge auf die Wangen gemalt. Die Stadt war unheimlich voll und ich versuchte mich irgendwie zur Spire, unserem Treffpunkt, durchzuquetschen. Dort angekommen war ich noch ein bisschen zu früh und da die Parade gerade anfing, wuselte ich mich also so nah es ging an die Absperrung heran. Anfangs konnte ich nicht viel sehen und ich steckte zwischen ein paar Portugiesen und einem Asiaten fest. Wenigstens wusste ich immer, wenn etwas passierte oder neue Attraktionen aufgeführt wurden, weil dann der Asiat komische Glucks-Laute von sich gab, was so ungefähr jede Minute passierte. Ich streckte meinen Arm mit der Kamera, so weit es ging in die Luft, um ein paar Fotos zu machen. Auf den Fotos sah ich dann mehr, als ich eigentlich gesehen hatte. Leider war auf fast jedem Bild ein Kobold-Hut abgebildet, den der Portugiese vor mir getragen hatte und mir die Sicht versperrte. Aber das ist nun mal St.Patrick’s Day. Die Parade war sehr gut und viele verschiedene Figuren wurden gezeigt. Es war vergleichbar mit den deutschen Karnevalszügen, auch wenn in Irland keine Süßigkeiten geworfen wurden. Nachdem die Parade vorbei war, fand ich endlich meine Freunde, die auch große Probleme gehabt hatten, sich bis zur Spire durchzuquetschen. Gemeinsam haben wir noch viele andere Leute aus aller Welt am St. Patrick’s Day kennengelernt.

Mein letzter Schultag war an einem Donnerstag. Der Tag war unglaublich traurig. Eine Freundin hatte Cupcakes für mich gemacht und eine andere einen Schal. Den ganzen Tag wichen wir einander nicht von der Seite. Alle Lehrer, die wussten, dass es mein letzter Schultag war, haben mir noch einmal die Hand geschüttelt und noch ein paar Worte gesagt. Selbst die Direktorin hat mich zum Abschied umarmt. Mich von meinen Freunden zu trennen, war jedoch am Schwierigsten. Schon in der letzten Stunde fing meine beste Freundin an zu weinen und konnte gar nicht mehr aufhören. Nach der letzten Stunde lagen wir uns also in den Armen und versicherten uns, dass wir uns bald besuchen würden.

Auch der Abschied von meiner Gastfamilie fiel mir nicht leicht, da mein Flug um 7 Uhr morgens ging und ich das Haus um 4:30 verlassen würde, sagte ich schon am vorigen Abend Tschüss zu meinem kleinen Gastbruder. Er ist erst 5 und er war so traurig und hat so geweint, dass es einem das Herz zerrissen hat. Meinen Gastvater sah ich dann am nächsten Morgen und gemeinsam mit meiner Gastmutter fuhr ich zum Flughafen. Dort lief alles ganz gut und mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen als ich sah, dass mein Koffer unter 20 kg wog, ich hatte nämlich viel zu viel gehabt und hatte schon unheimlich viel in Irland lassen müssen. Wenn ich zu viel gehabt hätte, hätte ich keine Ahnung gehabt, was ich hätte auspacken sollen. Der Abschied von meiner Gastmutter war auch traurig, aber es war noch so früh und es ging alles so schnell, dass es mir ganz unreal erschien. Sie hatte mir einen Brief geschrieben, den ich im Flugzeug lesen sollte. Das tat ich dann auch. Es war der schönste Brief, den ich je von jemandem bekommen hatte. Er war mit so viel Liebe geschrieben, schien aber gleichzeitig auch so traurig, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte.

In Deutschland angekommen, wurde ich von meiner Familie, ein paar Freunden und auch Teilen meines Handball-Teams erwartet. Ich war irgendwie noch gar nicht bereit, wieder zurück in mein altes Leben zu gehen. Aber ich hatte ja keine Wahl. Mittlerweile, das heißt 2 Wochen später, bin ich aber wieder ganz in Deutschland angekommen und habe mich an die ganzen Veränderungen gewöhnt. Ich habe zwar viele von meinen Freunden noch nicht gesehen, da sie im Urlaub sind und in der Schule war ich auch noch nicht, da ich momentan Ferien habe, aber das wird schon alles werden.

Rückblickend bin ich froh, dass ich diesen Auslandsaufenthalt gemacht habe, da er mir so viel geboten hat: viele Freunde, eine zweite Familie und ein Meer von Erfahrungen.

Jedem, der darüber nachdenkt ins Ausland zu gehen und sich noch nicht sicher ist, kann ich nur sagen: Macht es! Es ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich definitiv.

Mein Abenteuer USA hat bereits 2012 begonnen. Nachdem Kolumbus Sprachreisen mich angenommen hatte kam der organisatorische Teil des High School Jahres auf mich zu. Einige Wochen vor der Abreise habe ich dann meinen Bundesstaat erfahren: Kalifornien- ” The Golden State!”

Als ich endlich den Reisepass mit meinem Visum in meinen Haenden gehalten hatte wurde es mir bewusst, in einer Woche geht es los! Vor meinem Abflug hatte ich eine tolle Abschiedsparty gemeinsam mit anderen Freunden, die auch zur selben Zeit eine High School im Ausland besuchen. Es war ein komisches Gefuehl sich von all den Freunden und Familie fuer ein halbes Jahr zu verabschieden.Am 24 Januar, einen Tag vor meinem Abflug war mein Koffer gepackt und ich war wirklich aufgeregt wie alles werden wuerde .Nachdem meine Familie mich dann am naechsten Tag zum Flughhafen gebracht hatte, war ich zwar einerseits traurig aber ich freute mich schon dem kalten Wetter zu entkommen und das warme, sonnige Kalifornien zu sehen!

Mein Flug ist schnell vorbei gegangen, ein netter Amerikaner hatte sich den ganzen Flug mit mir unterhalten und es war wirklich spannend etwas ueber meine zukuenftige Heimat zu lernen. Bereits waehrend meiner Reise merkte ich wie hilfsbereit Amerikaner sind, es war kein Problem die richtigen Schalter beim Umsteigen zu finden, da immer jemand die Antwort wusste und mir gerne weiterhelfen wollte.

Angekommen in meinem neuen Zimmer merkte ich wie muede ich war. Die ersten drei Tage war es noch schwierig mit der Zeitumstellung, Kalifornien ist 9 h hinter Deutschland, aber inzwischen ist es kein Problem mehr.

Gleich an meinem ersten Wochenende in den USA fuhren wir nach Los Angeles. Los Angeles ist ca. 2h von Coachella Valley entfernt. Ich habe Santa Monica, Venice Beach, das Space Shuttle Museum, Beverly Hills, den Walk of Fame und Hollywood gesehen! Alles war so unglaublich spannend! Der Strand hat mir besonders gut gefallen, und es war wirklich toll, alles einmal mit den eigenen Augen zu sehen was man bereits aus Filmen kannte!

 

Mein erster Schultag war 4 Tage nach meiner Ankunft. Die Schule hat mir sofort gefallen! Mein Counselor hat hat mir das Schulsystem erklaert und mich dann gefragt welche Faecher ich gerne belegen moechte. Als amerkanischer Schueler muss man Mathe, Englisch und Geschichte belegen. Mein Stundenplan ist: Biology, English, Algebra 2, French ( das hat mich besonders gefreut, dass ich sogar franzoesisch belegen kann) World History und Dance. Als ich mich in den jeweiligen Klassen vorstellte, stellte mir jeder sofort Fragen, z.B wie es mir bisher gefaellt, warum ich ein High School Year mache oder die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Ich fuehlte mich von Anfang an sehr willkommen! Die Leherer sind hier auf jeden Fall viel lustiger und lockerer als in Deutschland. Die Klassen sind allerdings groesser als an meiner deutschen Schule. Hier benutzen Lehrer viel mehr Medien im Unterricht. Ich habe mich am Anfang zwar immer verlaufen, da meine Schule 3.000 Schueler hat, aber zum Glueck hat sich immer jemand gefunden der mir den Weg erklaert und oft haben meine Freunde mich zum Klassenzimmer gebracht. Das ist einer der groessten Unterscheide zu Deutschland, alle sind hier so hilfsbereit und freundlich!

Es ist leichter als ich gedacht habe Freunde zu finden, ich wurde bereits zu Freunden eingeladen und deren Familien haben sich immer ganz lieb um mich gesorgt und extra amerikanisch oder mexikanisch, hier leben viele Hispanics, gekocht. Das mexikanische Essen ist so lecker und Fastfood natuerlich auch! Das Klima hier unterscheidet sich extrem, bisher hat es einmal geregnet und jeden Tag scheint die Sonne! Wir haben immer um die 20 bis 30 Grad. :-)

Meine Kontaktperson und ihre Gastkinder haben mich letztes Wochenende mit nach San Diego genommen. Ich habe schon beschlossen, da ziehe ich hin! Die Stadt ist so schoen, wir sind auch nach San Diego Old Town gefahren, da gibt es viele traditionelle mexikanische Restaurants und Laeden. Die Malls haben wir natuerlich auch besucht, Kleidung ist hier billiger und ich habe schon viel gekauft.

Insgesamt habe ich hier echt eine tolle, erlebnissreiche Zeit und bin ueberascht wie schnell die Wochen umgehen.

Liebe Grüße aus Kalifornien!

Sofie

Dadurch, dass jetzt 2013 ist, kommt es mir so vor, als ob ich nur noch ganz wenig Zeit übrig habe. 2012 schien mein Abflugstermin immer noch so weit weg. Jetzt realisiere ich, dass ich nur noch knapp weniger als 3 Monate übrig habe und ich sehe, wie schnell die Zeit vergangen ist. Meine Freunde aus Deutschland wissen immer ganz genau, wie viele Tage oder Wochen es noch sind, bis ich zurück bin und eigentlich möchte ich das gar nicht wissen.
Zwar kann ich es gar nicht abwarten meine Freunde in Deutschland wieder zu sehen, aber ich möchte auch nicht, dass meine Zeit hier zu Ende geht und ich alles hinter mir lassen muss.
Meine Freunde in Irland haben schon vorgeschlagen, dass ich doch bei ihnen wohnen könnte. Ich bin sehr froh, dass Irland und Deutschland nicht so weit auseinander liegen und wir uns deshalb viel eher mal besuchen können, als wenn ich nach Amerika gegangen wäre.
Spätestens zu den Debs ( das ist die Feier, wenn die Iren ihr Leaving Cert bekommen) bin ich auf jeden Fall zurück!
Anfang Januar habe ich eine Touristentour gemacht. Da Dublin ja eine Hauptstadt ist, wird hier sehr viel angeboten und das muss man ja mal nutzen.
Diese Tour fing morgens um 6 an, man musste also sehr früh aufstehen und ging gegen 20 Uhr zu Ende. Zuerst sind wir nach Limerick gefahren und haben uns dort einen Stein angeschaut, der für die Geschichte Irlands und der Katholiken sehr bedeutend war. Das war aber nur ein sehr kurzer Halt, weil es auch noch sehr früh war. Danach sind wir zu den Klippen von Moher gefahren, die sehr beeindruckend waren. Der nächste Halt waren die Burren, das ist ein Limestone-Gebiet am Meer und danach waren wir noch in Galway. Abgesehen von Cork sind Limerick und Galway die größten Städte Irlands nach Dublin. Da ¼ der Bevölkerung aber in Dublin wohnt, sind alle anderen Städte schon wieder sehr klein. Von daher bin ich froh, dass ich in Dublin wohne, weil das dann noch ein bisschen fortgeschrittener ist, als der Rest Irlands.
Meine Wochenenden sind jetzt meistens auch ausgefüllt. Samstags mache ich was mit Freunden (Shoppen, ins Café gehen) und Sonntags mache ich was mit meiner Gastfamilie, z.B. Filmabende oder ins Restaurant gehen Da kann ich dann noch mal die irischen Gerichte ausprobieren, wobei es aber meistens nie etwas ohne Kartoffeln gibt ;)
In Home-Ec das ist ein Fach über Kochen, Haushalts-Management und so was, haben wir letztens Gemüse eingelegt. Unsere Lehrerin dachte nur weil ich aus Deutschland komme wäre ich Profi in Sachen Einmachgläser und Sauerkraut. Von daher wurde ich ganz genau ausgefragt, leider bin ich aber nicht so informiert und weiß nicht, was es für verschiedene Arten von Einmachgläsern gibt… Es gibt also doch noch ein paar Vorurteile über die Deutschen.
In Englisch lesen wir momentan Stolz und Vorurteil und bevor ich hierher gekommen bin, hätte ich niemals gedacht, dass ich das alles ohne Probleme verstehen würde, da das Buch nicht im modernen Englisch geschrieben ist. Aber das zeigt mir, wie sehr sich mein Englisch verbessert hat. Mittlerweile träume ich auch zumindest teilweise in Englisch. Es kommt darauf an, was ich träume. Wenn ich träume, dass ich in Deutschland bin und mit meiner Familie oder deutschen Freunden zusammen bin, träume ich auf deutsch und wenn ich träume, dass ich in Irland bin, träume ich in Englisch. Es ist auch immer schön, wenn ich von Freunden in der Schule Komplimente bekomme, dass ich doch mittlerweile fließend wäre.
Und das war ja eigentlich, was ich erreichen wollte.

Hallo,  ich heiße Yannick und habe das letzte halbe Jahr über Kolumbus High School in Argentinien verbracht.

Das ganze Abenteuer begann im Herbst 2011, als ich mich an einem Samstagvormittag auf der Jugendbildungsmesse in München über jegliche Art von Sprachreisen und Auslandsaufenthalten informiert habe. Denn wenn mir etwas klar war, war es, dass ich ins Ausland wollte. Und es gab auch einige schwerwiegende Argumente, die dafür sprachen: Erlernen oder Perfektionieren einer Fremdsprache, Kennenlernen einer anderen Kultur und vieles mehr. Also ließ ich mich an diesem Samstag vielseitig beraten und entschied mich nach langem Wanken und Zögern dafür, ein Highschool-Halbjahr mit Kolumbus Sprachreisen in Argentinien zu verbringen.

Ihr mögt euch jetzt sicherlich fragen: „Wieso denn ausgerechnet Argentinien?“. Naja, dafür gab es für mich mehrere Gründe. Zum einen hatte ich damals ein paar Monate zuvor mit Spanisch in der Schule begonnen. Natürlich sofort begeistert von der Sprache und dem Temperament, das beim sprechen mitschwang. Zum anderen wollte ich einfach mal weit weg in ein Land, dessen Kultur komplett anders ist als die unsere. Und nach längerem Ausknobeln zwischen verschiedenen spanischsprachigen Ländern, entschied ich mich schließlich für Argentinien, da man dort angeblich ein äußerst schönes Spanisch sprach.

Als alles entschieden war, sämtliche Anträge gestellt und alle Freunde informiert waren, konnte ich nur noch hoffen, dass alles glatt lief. Und tatsächlich Anfang März ging es dann los Richtung Argentinien. Ich war wie man sich natürlich vorstellen kann super nervös. Ich hatte riesen großen Bammel vor dem Flug und vor allem vor dem Umsteigen in London. Aber Gott sei Dank überstand ich alles ohne Kratzer und psychische Schäden und kam am Tag darauf in Rosario bei meiner Gastfamilie an, die mich schon gespannt mit Begrüßungsküssen erwartete. Noch von den Küssen geschockt versuchte ich zunächst etwas Schlaf zu erlangen und mich nach meiner endlosen Reise auszuruhen.

Doch bereits am nächsten Morgen hieß es dann „auf zur Schule!“ mit meinem Gastbruder Santiago im Gepäck. Und dort war wortwörtlich der Teufel los. Schlagartig wurde ich zur Attraktion der ganzen Schule. Beinahe alle wollten mit mir ein Foto schießen und reden. Letzteres fiel mir natürlich noch nicht so leicht, da mein Spanisch zu Beginn noch etwas holprig war. Aber darüber wurde einfach immer mit einem freundlichen Lächeln hinweg geschaut und zur Not Englisch gesprochen. Doch schon nach den ersten zwei Wochen kam auch mein Spanisch in Schwung, obwohl es zu 80% eher noch aus Gorilla-Spanisch bestand. Neben der sprachlichen Umstellung gab es auch noch viele weitere Änderungen in meinem alltäglichen Leben und Rhythmus. So musste ich mich beispielsweise als ehemaliger Vegetarier daran gewöhnen, täglich Unmengen an Kuhfleisch zu essen. Auch der Unterricht in Argentinien läuft vollkommen unterschiedlich ab. So hebt man dort nicht brav die Hand, um sich zu melden, sondern ruft einfach ins Klassenzimmer rein. Aber nicht nur das! Auch der Umgang mit den Lehrkräften ist dort eher lockerer als bei uns. So kommt es durchaus vor, dass sich Lehrer und Schüler duzen oder gar einen Begrüßungskuss geben. Neben all diesen Umstellungen, gab es allen anderen voran eine, die mich wie ein König fühlen ließ. So ist es in Argentinien nicht wie in Deutschland unbezahlbar sich ein Taxi zu nehmen. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Egal wann egal wo ich war, es hieß immer: „Komm Yannick, lass und ein Taxi nehmen“.

Aber nun Schluss mit den Vergleichen und auf zum Sozialen. Anschluss habe ich dank der absolut aufgeschlossenen Art der Argentinier überraschend schnell gefunden. Man küsst sich nämlich nicht nur gerne, die Argentinier sind auch über alle Maßen gast- und kontaktfreudig. So habe ich mich mehrmals die Woche mit meinen Freunden zum „Ratschen“ getroffen, wobei natürlich eine gute Tasse „Mate“ nie fehlen durfte. Oft verabredeten wir uns auch in den dort typischen „Panaderias“. In Argentinien trifft man sich nämlich nicht wie bei uns in Cafés sondern in Bäckereien, wo man gemütlich zusammensitzt, „masitas“ oder „pan con queso“ ist und sich über das neueste Geschehen austauscht. Die „Gauchos“ sind im Übrigen nicht nur sehr kommunikativ und offenherzig, sondern auch immer zum Feiern bereit. Egal ob in normalen Diskos oder auf den bombastischen Geburtstagsfeiern der 15-Jährigen, es wird durchgehend gefeiert, zu jedem irgendwie positiven Anlass.

Nach etwa zwei Monaten fühlte ich mich schließlich komplett akklimatisiert und war innerlich schon ein halber Argentinier. Nicht einmal in meinen wildesten Träumen dachte ich mehr daran, zurückkehren zu wollen. Doch nach 5,5 Monaten voller neuer Impressionen neigte sich alles dem Ende zu. In einer Woche hieß es dann „Chau Argentina – Hallo Deutschland“. Ich versuchte noch hektisch alle Dinge zu erledigen, die ich im letzten halben Jahr nicht geschafft hatte zu tun. Ich traf mich noch einmal mit meinen besten argentinischen Freunden und versuchte so viel „Mate“ und „Dulce de Leche“ wie nur irgendwie möglich in mich hineinzustopfen. Doch das alles half nichts, am 14.08.2012 musste ich meinen Rückflug in die in diesem Moment nicht so geliebte Heimat antreten. Etwas flau im Magen war mir dabei schon, als ich das Flugzeug Richtung London betrat. Doch eins wusste ich in diesem Moment ganz genau: „Dieses halbe Jahre würde ich nie vergessen!“

Mein Auslandsjahr in den USA hat eigentlich schon 3 Monate vor der eigentlichen ‚Reise’ begonnen, nämlich als ich mich dafür angemeldet habe.

Es war zugegebenermaßen eine schwierige Entscheidung, doch letztendlich eine Entscheidung, die ich nicht hätte besser machen können!

Es war alles sehr kurzfristig entschieden und trotzdem hat Kolumbus High School es geschafft, eine tadellose Organisation durchzuführen. Ich habe mir viele Organisationen angeschaut, doch keine dieser hatte einen so kurzfristigen Service im Angebot. Ich konnte mir sogar die Region aussuchen, in die ich wollte und bin folglich nach Vero Beach in Florida, an die Indian River Charter High School gegangen.

Am Tag vor meiner Abreise – einem Donnerstag – war ich sehr aufgeregt und sehr gespannt, aber auch ängstlich, meine Familie hinter mir zurückzulassen. Jedem, der diesen Schritt wagt, wird es so gehen, doch man muss über seinen eigenen Schatten springen und den Versuch wagen, denn die Ergebnisse dieses Jahres sind unglaublich und nichts anderes könnte einem ein solches Gefühl von Unabhängigkeit verschaffen, geschweige denn ein so gutes Englisch.

Die erste Erfahrung die ich gemacht habe war ohne perfekte Sprachkenntnisse einen Anschlussflug an einem der größten Flughäfen der Welt zu bekommen, was überraschenderweise sehr einfach war. Im Flugzeug habe ich mich die ganze Zeit mit einem texanischen Rocker unterhalten, der sehr freundlich war und mich schon mal ein bisschen in die amerikanische Kultur eingewiesen hat.

Als ich dann in Orlando angekommen bin, hat mich meine Koordinatorin der Partnerorganisation von Kolumbus abgeholt und mich in mein Hotel gebracht. Wir durften noch 2 Tage mit anderen Austauschschülern dort bleiben, um die unglaubliche Stadt Orlando kennen zu lernen. Ich hätte mir ehrlich keinen besseren Start in mein Auslandsjahr vorstellen können. Wir sind in das ‚UpsideDownHouse’ gegangen, haben Lasertec gespielt, sind im Pool schwimmen gegangen und haben uns zu einer gemeinsamen Besprechung für das kommende Jahr zusammengefunden. Den Rest der Zeit habe ich mit Austauschschülern aus der ganzen Welt verbracht, wir durften machen was wir wollten, sei es shoppen oder doch einfach nur relaxen. Auch jetzt wo ich wieder in Deutschland bin, habe ich noch sehr viel Kontakt zu all diesen Freunden.

Am Samstag dann haben uns unsere Gasteltern abgeholt. Es war mittags und als wir ‚Zuhause’ angekommen sind hatten wir erst einmal Zeit, uns das Haus anzugucken, unsere Eltern anzurufen und und und…

Dann als wir fertig waren haben unsere Gasteltern uns – mir und meiner schwedischen GastschwesterJ- die Stadt und alles Besondere dort gezeigt. Einkaufen waren wir direkt am Anfang sowohl Lebensmittel, was auf Grund der riesigen Supermärkte überwältigend war, als auch Anziehsachen, die sehr sehr günstig sind. Am nächsten Tag hatten wir noch einen Tag um uns einzugewöhnen und den Tag darauf ging es auch schon los: Mein erster High School Tag! Es war besser als ich ihn mir vorgestellt habe.

Anfangs bin ich zur Schule gekommen und habe im Office direkt meinen individuell zusammengestellten Stundenplan bekommen, den ich am Vortag bei einer weiteren Infoveranstaltung gemacht habe. Er bestand – so komisch es klingt – aus Englisch, Sport, Beach Volleyball, Mathe, Spanisch und Geschichte. In jedem Fach an diesem Tag wurde ich namentlich vorgestellt und das Interesse der Mitschüler war überwältigend. Besonders in Sport als wir Fußball gespielt haben. An meiner Schule gab es außerdem auch so genannte „Homebases“, dies sind Räume wo sich nur bestimmte Gruppen aufhalten dürfen um näher zusammenzurücken. Jeder hat eine und diese ermöglicht es einem wesentlich einfacher Kontakte zu knüpfen. Im Prinzip war somit der erste Schultag auch vorbei und genau der selbe bis auf ein paar kleine Abänderungen wiederholte sich dann bis zu meinem Abschied und ich war 100% zufrieden damit. Der Sport Unterricht war so wie ich ihn mir immer erträumt habe. Die Schüler durften entscheiden, ob wir Fußball, Football oder Kickball spielen. Ach ja, es war ein reiner Jungen-Kurs was es wesentlich angenehmer gemacht hat zu spielen. Es gab natürlich auch Kurse die eher mit Mädchen besetzt waren, wo dann mehr auf ihre Bedürfnisse eingegangen wurde.

Generell habe ich sehr schnell viele und gute Freunde gefunden, mit denen ich auch heute noch mindestens einmal in der Woche skype.

Ich habe vor meinem Aufenthalt sehr viel über den Kontakt mit meinen Eltern nachgedacht und ob es dort jegliche Probleme geben könnte, doch dies geschah nicht ansatzweise. Skype funktionierte einwandfrei. Sehr häufig hatte ich aber auch gar keine Lust zu skypen, weil ich so beschäftigt mit meinen Freunden und dem Sport war. Ich war sportlich sehr aktiv in Amerika. Ich habe sowohl Kickboxen als auch Fußball für meine High School betrieben und bin so sehr gut in Form geblieben. Es gab wirklich immer was zu tun und wenn nicht, dann haben mich meine Freunde einfach mit ihrem Auto abgeholt. In den Pausen sind wir fast regelmäßig einfach wirklich irgendwo hingefahren und haben gegessen und rumgeblödelt. Es war immer super und ein Riesenspaß!

Es gab so viele unglaublich schöne Momente die ich erlebt habe, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann, doch ein paar haben definitiv überwogen.

Zuerst einmal waren da die Besuche bei Disney World und Universal Pictures. Ich hab noch nie etwas so unglaublich Schönes und Aufregendes gesehen. Wer Harry Potter gesehen hat wird merken, dass er spätestens nachdem er das Butterbier (Selbstgebrauter nicht alkoholischer Drink) sich wie in Hogwards fühlt. Das Schloss von Disney World ist so getreu nachgebaut worden, dass man es kaum glauben kann. Und nicht nur das. In beiden ‚Parks’ sind so viele Attraktionen, die einen einfach überwältigen und ich kann nur empfehlen, es selbst auszuprobieren.

 

 

 

 

Ein weiterer super Moment in meinem Auslandsjahr war, als ich das entscheidende Siegtor beim Fußball gegen unsere Erzrivalen-Schule erzielt habe. Unbeschreiblich! Die Leute haben einfach nur noch gefeiert! Solche Erlebnisse sollte man wirklich nicht verpassen!

Aber es sind nicht nur die großen Momente, die das ganze Jahr prägen, es sind auch kleine Dinge, wie Kinobesuche, am Wochenende Football spielen mit Freunden oder in den Pool meiner Gastfamilie zu springen, wenn mir langweilig war! Doch eigentlich passierte das nicht sehr häufig. In einer Gastfamilie wird man sich zwar nie so fühlen wie in der eigenen Familie, doch man wird gewiss eine andere Rolle einnehmen, in der man sich bestimmt genauso oder noch wohler fühlt als zu Hause. Doch diese Erfahrung muss jeder selbst machen. Die Gastfamilien, zumindest die von denen ich gehört habe, achten besonders auf 2 Dinge: Halte dein Zimmer sauber und erledige deine Chores bzw. Aufgaben im Haushalt, wie beispielsweise Küche putzen, was für mich persönlich ein Klacks war. Es wurde wirklich nicht viel von mir erwartet.

Zum Thema Schule kann ich noch festhalten, dass das gesamte Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern viel besser ist als in Deutschland. Es wird sich umarmt, zumindest bei manchen, und wesentlich besser aufeinander eingegangen. Seien es Hausaufgaben oder persönliche Probleme. Man lernt dort in Amerika auch erwachsene Leute kennen, die zum Beispiel auch mit einem Paintball spielen gehen oder Quad fahren.

Wo ich gerade über super Erlebnisse spreche fällt mir ein, dass das Meer und unser See, wo man Wasserski und Jetski fahren konnte, ein einziger Traum war. Ich habe mich jedes Mal gefreut dort hinzugehen und es hat jedes Mal Spaß gemacht!

Letzten Endes war die Abreise das Traurigste am ganzen Jahr in Amerika. Viele Tränen wurden vergossen und zwar nicht nur von meiner Seite. Als alle meine Freunde versammelt waren, habe ich erst gesehen, wie viele Freunde ich eigentlich gefunden hatte und wie sehr ich mich entwickelt habe. Als ich plötzlich angefangen habe Englisch zu reden ohne überhaupt darüber nachzudenken, wie viel ich erreicht habe und wie viel ich geschafft habe. Auf dem Weg zum Flughafen hatte ich dann noch einmal viel Zeit über alles nachzudenken und mir ist aufgefallen, dass die Zeit so schnell vergangen ist, dass ich noch nicht mal Zeit für eine Abschiedsfeier hatte.

Abschließend kann ich sagen, dass mir das ganze Jahr unglaublich viel gebracht hat – mehr als ich mir erträumt hatte- und ich es jedem empfehlen kann!

Die Chance zu einer High School Experience ist einmalig und wird sich sonst nie wieder ergeben. Also nutzt eure Chance besser jetzt als nie! Egal wie es euch gefallen wird – es wird definitiv eine Erfahrung fürs Leben sein!

In der Schule wird man von allen angesprochen, tausende Fragen gestellt und jeder will mit die auf Facebook befreundet sein und vor allem aber dich auf Deutsch sprechen hören! Ich fand das Gefühl klasse, mal so im Mittelpunkt zu stehen und das man so viel Aufmerksamkeit bekommt. Denn alleine schon weil man Deutsche ist, ist man etwas besonderes und dadurch auch direkt als hübsch eingestuft. Mein erster Schulmonat war klasse, ständig haben sich die Jungs was niedliches ausgedacht, wie zum Beispiel sich auf Deutsch ”du bist schön” auf die Hand zu schreiben, mich anzuticken und dann ohne etwas zu sagen mir die Hand zu zeigen. Auch als ich Sport hatte kamen immer alle in der Pause und guckten mir zu und riefen Sachen (Meine Schule hatte keine Sporthalle, nur draußen gab es ein Feld). Ich habe schnell gemerkt dass ich dort willkommen bin und konnte mich dadurch gut einleben.

Meine beiden größten Probleme jedoch waren die Sprache und das Heimweh. Am Anfang hatte ich ziemlich stark Heimweh, da ich fast nichts verstanden habe und selber nur auf Englisch antworten konnte (wobei nur sehr wenige englisch sprechen) und mir erst als ich angekommen war klar wurde dass ich meine Familie und Freunde jetzt ein halbes Jahr nicht sehen werde. Ich war der festen Überzeugung, die Sprache nicht so schnell zu lernen wie ich es in den Erfahrungsberichten anderer Austauschschüler gelesen hatte und war sehr verzweifelt. Jedoch stellte sich heraus, dass das vollkommener Unsinn war! Man lernt super schnell und jeden Tag neue Dinge dazu. Ich habe nach eineinhalb Monaten angefangen Spanischunterricht zu nehmen, und meine Lehrerin sagte mir, dass man jede Woche einen Unterschied merkt. Und nach zwei drei Monaten waren die Leute, die ich zu Anfang des Auslandsaufenthaltes mal getroffen habe, unheimlich erstaunt wie gut ich Spanisch reden kann und wenn man so etwas hört freut man sich wahnsinnig!

Ich habe schnell Freunde gefunden, wobei es in Argentinien normal ist, in einer art ”Clique” zu sein, die dann auch einen Namen hat. Meine hieß ‘Lcb’, Abkürzung für ”las chicas del barba”, da (so wurde mir das zumindest erklärt) „el hombre del barba“ so viel wie „Gott“ bedeutet (wörtlich übersetzt jedoch : der Mann des Bartes) und meine Freundinnen haben dann einfach das Wort ”Mann” (hombre) gegen ”Mädchen” (chicas) ausgetauscht und so wurde daraus ”las chicas del barba”. Diese Gruppen lesen dann auch auf dem 15. Geburstag Karten vor oder zeigen Videos.
Ein Highlight bei einem Auslandsjahr in Argentinien ist auf jeden Fall ein 15. Geburtstag eines Mädchens. Die werden dort nämlich wie Hochzeiten gefeiert! Ein großer Saal wird gemietet, mit DJ und Buffet und allem drum und dran! Manchmal werden auch Make-up Artisten eingeladen, die einen dann schminken und der Abend ist in bestimmte ”Phasen” eingeteilt. Am Anfang trudeln alle Gäste ein und unterhalten sich nett, es gehen Kellner mit Sektgläsern und kleinen Snacks herum und es läuft leise Musik. Der Saal ist meistens wunderschön geschmückt und alle sehen super aus (für Mädchen ist es Pflicht ein schönes Kleid und High Heels zu tragen). Dann kommt irgendwann das Mädchen mit einem von ihr ausgesuchten Song und ihrem Vater an der Hand in einem wunderschönen Ballkleid rein und alle dürfen sie einmal umarmen. Dann wird wieder geredet und die Atmosphäre war einfach toll! Dann wird zwischendurch getanzt (oft zu Cumbia, wer nach Argentinien geht wird oft von dieser Musikrichtung hören) und dann gegessen und zwar nicht wenig! Es gibt meistens sehr viel Auswahl. Tradition ist auch der Süßigkeitentisch mit viel Schokolade, Bonbons und Torten gegen 2 Uhr nachts. Dann setzten sich alle hin und es werden Videos und Fotos mit Musik gezeigt und Freundinnen lesen Karten vor. Daraufhin werden die Kerzen auf der (meist riesigen) Geburtstagstorte ausgepustet und getanzt. Irgendwann werden dann bunte Armbänder, Knicklichter, Perücken und aller möglicher Krimskrams verteilt! Ich habe diese Abende sehr genossen, denn sie waren jedes Mal einzigartig.

Ich habe in meinem Auslandsjahr jedoch nicht nur schöne Zeiten gehabt. Mir ging es nach circa zweieinhalb Monaten ziemlich schlecht, da ich einen sehr heftigen Kulturschock bekommen hatte und nicht wusste damit umzugehen. Unter Kulturschock versteht man jedoch nicht, das geschockt sein von der fremden Kultur, sondern viel mehr das Gefühl, man sei anwesend, aber man lebt nicht wirklich. Alles um einen herum passiert einfach und du kannst nichts realisieren. Dadurch machst du dir ständig Vorwürfe nicht genug aus deinem Auslandsjahr mitzunehmen und es gar nicht komplett auszuleben. Wenn ihr in so eine Phase kommen solltet: Es geht vorbei! Es ist zwar ein sehr lähmendes Gefühl und nicht leicht damit umzugehen aber es geht vorbei! Und danach habt ihr eine der besten Zeiten eures Lebens, mit Sicherheit!

Ich habe viele Dinge in Argentinien gemacht, an die ich mich immer erinnern werde. Nachts im Pool schwimmen, auf Partys mit Freunden tanzen, das beste Essen der Welt (argentinisches Barbecue, auch „asado“ genannt), an den Strand und mit dem Boot über den Fluss fahren (was nebenbei bemerkt eine der schönsten Sachen ist, da man dadurch der Natur sehr nah ist). All die neuen Freunde die du dort findest und vor allem deine neue Familie werden dir unheimlich ans Herz wachsen. Ich hatte eine 14 jährige Gastschwester (also ein Jahr jünger als ich) und wir sind wie richtige Schwestern, ich habe eigentlich immer alles mit ihr zusammen gemacht, da wir in die gleiche Klasse gingen, in einem Zimmer gelebt haben und den gleichen Freundeskreis hatten. Zwischendurch war das jedoch auch sehr nervig, aber das ist ja denke ich normal bei Geschwistern . Umso schwerer war es dann Abschied zu nehmen. Alle meine Freunde kamen am letzten Abend und wir haben zusammen Pizza bestellt, gelacht und geredet. Als wir dann gegessen haben, haben sie einen Krug genommen, Cola reingeschüttet und jeder, der gerade den Krug hatte musste etwas sagen und dann einen Schluck daraus nehmen. Es kamen sehr viele lustige und schöne Dinge dabei raus und ich habe den ganzen Abend ab da an fast nur noch geweint, zusammen mit meinen besten Freundinnen. Ab 12 Uhr nachts ging dann alles schief, wir hatten Stromausfall, mein Koffer war noch nicht gepackt, ich musste noch duschen gehen und mein Handy hatte fast keinen Akku mehr (was ich jedoch nicht aufladen konnte, da wir ja kein Strom mehr hatten). Also musste ich bei Kerzenlicht alle meine Freunde verabschieden, und das vielleicht für immer und man möchte einfach nicht loslassen. In Deutschland wusstest du, dass du in 5 Monaten wieder kommst, aber in Argentinien weißt du nicht ob und wann du wiederkommst, das ist echt ziemlich hart.

Dann bis 3 Uhr noch mit einer Kerze meinen Koffer gepackt, geduscht und Karten für meine Familie geschrieben und dann gegen 5 Uhr wurde ich von einem Bus abgeholt. Ich habe sehr geweint als ich meine Familie verabschiedet habe, vor allem aber meine ”kleine” Schwester. Die hat das alles nicht realisieren können und hat die fünf darauffolgenden Tage nur noch geweint, aber in diesem Augenblick nicht. Ich bin dann zum Flughafen in Buenos Aires gefahren und von da aus nach London geflogen. Mein Handy hatte wie gesagt fast keinen Ákku mehr und ich hatte nirgends Empfang, sodass ich wusste meine Mutter zu Hause in Deutschland macht sich große Sorgen, doch ich konnte nichts machen als abzuwarten in London zu landen. Dort konnte ich endlich Bescheid geben, dass alles in Ordnung war. In Frankfurt angekommen, hab ich mein Gepäck gesucht und bin dann in der Empfangshalle von meiner Familie herzlich in Empfang genommen worden. Ich war überglücklich sie wieder zu sehen und konnte das jedoch auch noch gar nicht realisieren wieder zurück zu sein.

Zuhause angekommen bin ich nichtsahnend in das Wohnzimmer gelaufen und habe dort meine Freunde vorgefunden die eine Überrauschungsparty gemacht haben. Alle natürlich sofort in Tränen ausgebrochen und dann gab es erstmal viel zu erzählen! In meinen ersten Tagen und Wochen, hatte ich zwischendurch Probleme mit der deutschen Sprache und vor allem mit dem Jetlag. Aber nach drei Wochen ging das dann auch alles wieder und mittlerweile habe ich mich relativ gut wieder eingelebt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Auslandsjahr einfach wunderschön war und ich viele tolle Erfahrungen sammeln durfte. Zudem habe ich mich sehr verrändert, was mir auch oft gesagt wird. Ich bin erwachsener und selbstbewusster geworden, sogar mein Freundeskreis hat sich ein wenig geändert. Deswegen kann ich allen nur raten, macht ein Auslandsjahr, das wichtigste ist nur, zu merken, dass ihr dafür bereit seid. Denn es wird vieles verändern und ihr werdet vieles dazu und zu schätzen lernen, vor allem in einem Land wie Argentinien!

Auf den November habe ich  mich schon lange gefreut, weil ich diesen Monat Geburtstag hatte. Meine Gastfamilie hat sich richtig Mühe gegeben. Erst wollten sie mir eine Überraschungsparty organisieren, was dann aber leider nicht geklappt hat. Von daher wusste ich, zwar dass ich eine Party bekomme, es war aber trotzdem schön. Nach der Schule sind ein paar Freunde zu mir gekommen und wir haben dann zusammen zu Abend gegessen. Mein Gastvater hat extra für mich spanisches Essen gekocht. Erst wollte er deutsches Essen machen, aber da meine Mutter Spanierin ist und wir zu hause mehr spanisches als deutsches Essen verzehren, hat er sich entschieden spanisches Essen zu machen, damit ich kein Heimweh bekomme und mich zu hause fühle. Meine Gastfamilie hatte auch einen Kuchen besorgt und ich musste Kerzen auspusten und mir was wünschen. Ich glaube es gibt nichts schöneres, als Pakete und Briefe von Freunden und Familie aus Deutschland zu bekommen. Jedes Mal, wenn ich etwas zugeschickt bekomme, habe ich das Gefühl ein Stück Heimat zu bekommen. Zwar sind mehr als die Hälfte meiner Briefe und Pakete zu spät bekommen, aber dass macht auch nichts.

Die Weihnachtsvorbereitungen haben auch schon angefangen. Meine Gastfamilie ist total weihnachtsverrückt und am 30. November fängt offiziel die Weihnachtszeit an. Zum einem haben wir angefangen den Irland November 2012Weinhnachtspudding zu machen. Das ist traditionell irisch und wir haben alle Zutaten zusammen gemixt, da kommt soviel rein: unglaublich viele Rosinen, Zitrone, Äpfel, Orangen, Brotkrumen, Rum, natürlich Guinness und noch ganz viele anderes. Wenn alle Zutaten in der Schüssel sind, muss jeder, der im Haus wohnt, die Mischung dreimal im Uhrzeigersinn umdrehen und sich dabei etwas wünschen, was man aber natürlich nicht verraten darf. Das ist ein irischer Brauch. Dann lässt man den Pudding über Nacht ziehen und am nächsten Tag wird er für 8 Stunden gekocht. Anschließend hängt man ihn für 3 Tage an die Decke. Dann ist er fertig. Außerdem haben wir die Toy-Show geguckt, dass ist eine Sendung in der ganz viele Spielsachen von Kindern vorgestellt werden und Kinder singen und tanzen, aber hauptsächlich geht es um Spielsachen. Diese Sendung schaut fast jeder in ganz Irland und alle Kinder sehen, was sie sich zu Weihnachten wünschen können.

So etwas haben wir in Deutschland gar nicht und das konnten die Iren gar nicht glauben.

In der Familie wird es jetzt auch immer familiärer und ich bin wirklich Teil der Familie. Ich habe jetzt schone einen Spitznamen und wir haben schon Ausflüge gemacht und es ist total schön. In der Schule habe ich jetzt auch meine Leute gefunden und es wird eigentlich nie langweilig.

Mit dem Heimweh geht es eigentlich auch noch, ich habe  nur manchmal so kurz Heimweh. Das ist dann immer ganz plötzlich und auch nur für eine halbe Stunde, dann würde ich einfach gerne wieder meine Freunde und meine Familie wiedersehen, aber dann lenke ich mich ab und mache etwas mit Freunden und dann geht es auch schon wieder. Bald ist schon die Hälfte meiner Zeit vorbei und auf der einen Seite ging es total schnell, aber auf der anderen Seite habe ich auch das Gefühl schon ewig hier zu sein. Jedenfalls freue ich mich schon riesig auf Weihnachten und kann es gar nicht mehr abwarten….. ;)