Zwei Monate Ausland – zwei Monate Irland? Auf was habe ich mich da eingelassen?
Kurze Selbstzweifel kurz vor der Abreise, aber dann ging es Anfang April los. Glück gehabt, eine andere Austauschschülerin flog mit dem gleichen Flug auf die grüne Insel.
Als wir dann gemeinsam unsere Eltern hinter der Abfertigung zurück ließen, hatten wir endlich die Möglichkeit uns über unsere Erwartungen, aber auch Ängste auszutauschen. Nach einem kurzweiligen Flug, der erste Schock. Alle wurden abgeholt, nur ich nicht. Mist auch das Handy war keine Hilfe, da der Akku leer. Nach zweistündigen warten entschloss ich mich dazu eine Passantin anzusprechen, die dann dankenswerterweise Kontakt mit meiner Gastfamilie aufnahm. So landete ich also doch noch nach einer „kurzen Verspätung“ bei meiner Gastfamilie die in Cabinteely lebte. Glück gehabt, eine super nette Familie, die mir erst einmal eine typisch irische Mahlzeit servierte. Meine erste Zeit war sehr seltsam in Irland. Alles war neu. Neues Zuhause, neue Schule und ein anderer Lebensstil. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber an das Leben in Irland und fand es sogar in manchen Sachen schöner als mein Leben daheim. Dies lag u.a. daran, dass die Mittmenschen viel freundlicher und offener waren, als ich es von zu Hause in Deutschland gewohnt bin.

Meine Schule

Besucht habe ich dann zwei Monate das Dominican College Sion Hill in Blackrook. Eine traditionelle Mädchenschule, die mit dem Bus 15 min vom City Center Dublins entfernt war. Natürlich trug ich auch eine Schuluniform. Diese bestand aus einer weißen Bluse, darüber einen roten Jumper, einem glücklicherweise nicht allzu langen grauen Rock und schwarzen Kniestrümpfen. Zusätzlich gab es noch eine Sportuniform, die ich mit meiner Gastmutter gemeinsam einkaufte.
Aufgenommen haben mich meine Mitschülerinnen liebevoll, allerdings waren sie am Anfang jedoch ein wenig distanziert. Ich glaube das lag daran, dass sie regelmäßig Austauschschülerinnen haben und neue Mitschülerinnen zur Routine geworden sind. Mit der Zeit entwickelten sich dann aber doch Freundschaften und so unternahm man auch außerhalb der Schulzeit Aktivitäten miteinander. Meine Klasse war gerade im „Transition Year“, eine kurze „Erholungszeit“ vor den letzten beiden stressigen  Schuljahren. Meine Schulzeit war geprägt durch viele außerschulische Aktivitäten. So nahm ich an einer Jahrgangsfahrt teil, die mich in den Westen Irlands führte. Wir lernten segeln und besuchten eine Jungenschule, mit dessen Schülern wir Irish Dance probten. Jeden Donnerstag machte ich eine Art  Praktikum in einen Second-hand  Laden.  Die Arbeit  machte mir viel Spaß und ich lernte durch den Kontakt zum Kunden viele neue Vokabeln.
Während der regulären Schulzeit wurde ich neben Englisch, Mathe und Französisch auch in Italienisch, Hauswirtschaft und Psychologie unterrichtet.
Während die Iren  Irisch hatten, wurden wir Austauschschüler in Extra-Englisch unterrichtet.
Das Highlight der Zeit in der Schule war für mich die Transition Year Graduation.  Ein riesen Spektakel. Eine Art Zeugnisausgabe, wo u.a. das Girl oft he Year gekürt wurde.

Mein Aufenthalt in Irland wurde versüßt dadurch, dass ich mich mit einigen anderen Austauschschülerinnen angefreundet habe. Wir trafen uns jeden Mittwoch im Englisch Club der Austauschorganisation (ISI). An den Wochenenden besuchten wir dann selbständig u.a. „The Cliffs of Mother“ und den „Ring of Kerry“. Das war auf jeden Fall ein Ausflug wert.

In der letzten Woche meines Aufenthaltes nahm ich noch an einem Intensivsprachkurs von ISI teil. Dies hat meine Englisch Kenntnisse noch einmal optimiert, so dass sich auch mein schriftliches Englisch deutlich verbessert hat.
In der Zeit meines Auslandsaufenthaltes, sammelte ich sehr viele Erfahrungen die mir in meinen weiteren Leben helfen können. Ich lernte viele nette Menschen kennen die ich nicht vergessen werde und entdeckte bzw.  entwickelte neue Eigenschaften. Insbesondere die irische Gelassenheit eignete ich mir an.
Seinen Auslandsaufenthalt in Irland zu verbringen ist auf jedem Fall eine Erfahrung wert und ich würde es noch mal genauso machen.
Zum Schluss möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei dem Team von Kolumbus Sprachreisen bedanken, die meine Eltern und mich von Anfang bis Ende gut betreut haben.
Ein weiteres Dankeschön geht an das Team vor Ort.
Tamara Ziegs