Lenas zweiter Monat in England

Inzwischen ist es schon Dezember und mein dritter Monat in England ist vergangen. Die Zeit rennt mir fast davon! Und es ist wirklich eine Menge passiert.

Ende Oktober war bereits mein erster Term vorbei und wir hatten Ferien. In der Zeit war ich auf der Comic Con in London mit einigen Freunden. Ich war wahnsinnig aufgeregt und sehr glueklich, da ich das schon lange geplant hatte. Alles lief perfekt und wir hatten einen wahnsinnig tollen Tag den wir naechstes Jahr im Mai definitiv wiederholen wollen. Ich habe einige nette Leute getroffen, die nur aergerlicherweise nicht

in meiner Naehe wohnen.

Dann verbrachten wir noch einige lustige Ferientage. Auf eine Halloween-Party konnten wir nicht gehen und haben stattdessen einen Film im Kino gesehen und einfach noch die letzten warmen Naechte genossen. In der Zeit freundete ich mich sehr eng mit zwei deutschen Maedchen an und wir haben eigentlich immer wahnsinnig viel Spass gemeinsam.

Sehr traurig war ich allerdings, als meine Austauschschwester unverhofft nach Hause fahren musste. Sie war fast wie eine Schwester fuer mich und es war unvorstellbar fuer mich, ohne sie zu bleiben. Vorher hatten sich schon einige Probleme mit meiner Gastfamilie entwickelt. Ich fuehlte mich unwohl, aber immerhin konnte ich mich immer auf meine Gastschwester verlassen und wir wollten es zusammen schaffen. Als ich ploetzlich auf mich allein gestellt war, dachte ich, ich koennte es nicht schaffen. Ich wollte unbedingt wechseln oder besser noch nach Hause. Doch meine Freunde hier motivierten mich und so bemuehte ich mich doch nochmal um meine Gastfamilie. Und tatsaechlich wurde alles mit einem Schlag besser, nachdem ich mit ihnen ueber alles redete. Denn sie hatten sich auch Sorgen gemacht und ich verstand nun, dass ich einfach mit ihnen haette reden muessen, anstatt mich zu verschliessen. Seitdem ist es eigentlich besser geworden und ich bin sehr glueklich.

Meine Gastfamilie ist trotzdem nicht wie meine richtige Familie in Deutschland fuer mich. Vieles ist noch etwas distanziert und es wird oefters nicht gesagt was tatsaelich gedacht wird. Doch das ist in Ordnung fuer mich, da ich meine Freunde habe. Wir unternehmen jedes Wochenende eine Menge zusammen, letzte Woche haben wir gemeinsam Mockingjay geschaut, es war der Wahnsinn!

Mit englischen Freunden bin ich kaum weiter gekommen, da ich zwar ab und zu jemanden finde, mit dem ich einige Tage viel rede, doch dann wird mir der Kontakt ploetzlich abgebrochen. Es ist sehr schwer, sich in einer Gruppe zu etablieren. Aber ich bleibe einfach geduldig und immerhin bin ich hier nicht allein.

Diese Woche ist auch schon mein Geburtstag und ich bin wahnsinnig glueklich ueber all die Pakete, die ich aus Deutschland bekommen habe. Nun habe ich drei Weihnachtskalender, da ich sogar einen von meiner Gastfamilie bekommen habe, was mich sehr gefreut hat. Wir planen bereits gemeinsam, was wir an meinem Geburtstag machen. Danach wollen wir ein Wochenende nach London fahren und uns die Weihnachtslichter anschauen, ich freue mich wahnsinnig. Traurig bin ich nur, weil eine meiner Freundinnen nur vier Monate in England ist und uns deshalb vor Weihnachten verlassen wird. Doch wir werden alle noch uebrige Zeit perfekt verbringen, da bin ich mir sicher. Ich bin auch schon fleissig dabei, Weihnachtsgeschenke zu kaufen und freue mich wahnsinnig. Hier in England ist Weihnachten noch einmal etwas mehr aufregend!

 

Lenas erster Monat in England

Und schon ist mein erster Monat in England vorbei! Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen und ich fühle mich fast schon wie zu Hause! Doch vielleicht sollte ich von Anfang an anfangen: Alles fing mit meinem Flug von Berlin nach London an. Nachdem ich am Flughafen Berlin einen tränenreichen Abschied     hinter mir hatte, wurde ich in London freundlich empfangen und traf gleich eine Menge netter Austauschschüler. Jeder war mir sofort sympathisch, auch die beiden Gruppenleiterinnen, die sich später als die beiden Leiter der Organisation heraus stellten. Das hat mich sehr überrascht, aber vor allem gefreut. Denn die Menschen, denen ich mich in der Not anvertrauen müsste, wirkten wahnsinnig nett. Der erste Tag verging schnell und durch all die neuen Freunde vergaß ich auch all meine Sorgen bald.

Die Zeit in London war wunderbar. Nicht hauptsächlich wegen der Stadt, sondern wegen den vielen anderen Schülern. Als ich dann in Folkestone bei meiner Gastfamilie ankam, war ich entspannt und auch durch die Workshops und das ständige Englisch sprechen bestens vorbereitet. Ich würde jedem empfehlen, bei Möglichkeit einen solchen Trip mitzumachen! Natürlich war ich trotzdem wahnsinnig aufgeregt, als ich meine Gastmutter das erste Mal traf. Erst war es etwas still und komisch, doch dann lief das Gespräch wie von ganz alleine. Später traf ich meinen Gastvater und meine italienische Gastschwester. Alle waren wirklich nett, offen und lustig.Zu Beginn machte ich einige Ausflüge mit Alice, meiner Gastschwester. Inzwischen ist sie schon wie eine große Schwester für mich, mit der ich über alles reden kann. Zuerst hatte ich befürchtet, dass es bei einer Gastschwester zu Rivalität kommen könnte, doch wir unterstützen einander in allen Dingen.

Innerhalb weniger Tage hatte ich mich schon sehr gut eingelebt und musste mich nur noch einer großen Herausforderung stellen: Meinem erstem Schultag. Zuerst trafen wir den Schulleiter und andere Austauschschüler. Ich durfte drei Fächer wählen und damit war der erste Tag auch schon vorbei. Ernst wurde es erst als der Unterricht beginn. Französisch gefällt mir sehr gut. Es ist viel einfacher als in Deutschland, aber dadurch vertiefte ich meine Grundkenntnisse nur noch mehr. Und da ich immer von Deutsch in Englisch und dann Französisch denken muss, werde ich in beiden Fremdsprachen bedeutend besser. Es ist eine Herausforderung, aber macht eine Menge Spaß und ich merke, wie ich viel intensiver und gründlicher arbeite als zu Hause.

Mit meinen anderen beiden Fächern war ich sehr unglücklich. Das Fach war seltsam, die Leute auch. Ich fühlte mich einsam. Deshalb fragte ich beim Schulleiter nach, ob ich nicht wechseln könnte. Dieser Vorschlag wurde sehr freundlich angenommen und schon den nächsten Tag besuchte ich meine neuen Fächer. Geographie ist sehr spärlich besucht, gerade mal drei Leute und um ehrlich zu sein, auch die könnten sympathischer sein. Doch ich habe eine Menge Spaß, bin sehr gut und verstehe mich vor allem mit dem Lehrer sehr gut. Wenn ich nach Hause komme, werde ich definitiv besser in Geographie sein. Mein drittes Fach ist „Culture & Communication“. Es ist sehr interessant und ich lerne Dinge, die ich wahrscheinlich in Deutschland niemals brauchen werde, ich aber sonst nie erfahren hätte. Deshalb macht es mir sehr viel Spaß. Ich habe bereits viele Unterschiede in der Kultur festgestellt. Der Unterricht ist komplett anders und auch der Dresscode störte mich anfangs ein wenig. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und mir gefällt die Ordnung in der Schule sogar. Ich muss mich viel mehr selbst einteilen und habe extrem viele Freistunden, in denen ich meistens in Coffee Shops gehe und mich mit Austauschschülern unterhalte.

Ein wenig Probleme habe ich noch damit, englische Freunde zu finden. Ich rede mit vielen und verstehe mich gut, aber tatsächlich in unserer Freizeit machen wir nichts zusammen. Ein großer Erfolg war es schon, als sie mich zu McDonals mit sich eingeladen hatten! Es fällt mir schwer, mich in die Konversation einzubringen und positiv aufzufallen, doch ich bin mir sicher, dass mir das ebenfalls gelingt.

 

Vor allem meine Gastfamilie unterstützt mich in allen Dingen und ist abends immer für ein Gespräch da, um sich meine Sorgen oder Erlebnisse anzuhören. Ich bin sehr glücklich mit Ihnen und bin mir jetzt schon sicher, dass dieses Jahr wahnsinnig toll werden wird.