Ellas Abschied aus Kanada:

Jetzt bin ich schon seit fast zwei Monaten wieder zurück in Deutschland und trotzdem wünsche ich mir nichts mehr, als zurück nach Kanada zu gehen.

Es war einfach die beste Zeit meines Lebens! In den letzten sechs Monaten bin ich um einiges offener und selbstbewusster geworden. Um ehrlich zu sein, hat es irgendwie mein ganzes Leben leicht verändert: Mein ursprünglicher Plan war es eigentlich nach dem Abi nach Neuseeland zu gehen und jetzt kann ich an nichts anderes mehr als Kanada denken.

Ich hab die tollsten Menschen überhaupt kennengelernt! Kanadier sind einfach super nette und freundliche Menschen. Ich kann gar nicht beschreiben wie awesome sie einfach sind :D Aber jetzt hab ich nicht nur kanadische Freunde, sondern Freunde auf der ganzen Welt! Ich kann es nicht erwarten sie in Chile, China oder einfach wieder in Kanada zu treffen. Man könnte fast sagen, dass man während eines Austauschjahrs nicht nur eine Sprache oder eine Kultur kennenlernt, sondern etliche Kulturen und Menschen.

Natürlich gab es während meines Aufenthalts auch ups und downs, aber ich bin daran gewachsen und ehrlich gesagt auch stolz, wenn ich darauf zurückblicke, was ich alles geschafft hab.

Ich hab viel Neues über mich erfahren und konnte auch vieles ausprobieren. So hab ich beispielsweise herausgefunden, dass mir Feldhockey Spaß macht und ich ein Töpfertalent habe. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in die youth group, also dem Jugendtreff von der Kirche gegangen, obwohl ich mit Religion eigentlich nichts am Hut hatte. Es hat meine Einstellung gegenüber Gott und der Welt positiv beeinflusst.

Ich erinnere mich noch ganz genau an meine Highlights von meinem Austauschjahr: Die Feldhockeytrips nach z.B. Vancouver, Trick or Treat, der erste sleepover und richtige kanadische Erfahrungen (Holz hacken, Eisfischen, Ski fahren, Lagerfeuer machen etc.) sammeln.

Wenn ich so nachdenke, würde ich sagen, dass mein letzter Monat der beste war. Man hatte nämlich feste Freunde, mit denen man sehr viel unternehmen wollte. Das hat  dann dazu geführt, dass ich wirklich jeden Tag irgendwas vorhatte und so gut wie nie Zeit hatte. Dies hat wiederum dazu geführt, dass ich vergessen habe meinen Koffer zu packen und am letzten Tag bis in die Morgenstunden daran saß, aber das ist eine andere Geschichte :D

Und irgendwann fingen auch die „ letzten Male“ an. Letztes Mal Basketball spielen, letztes Mal zur Youth Group gehen, letztes Mal in der Schule sein und meine liebsten Freunde und Lehrer sehen. An meinem letzten Tag habe ich in der Schule vieeeeel zu oft geweint :D Das lag aber auch daran, dass meine Freunde ganz heimlich ein Video für mich gedreht haben, indem mir meine Lieblingsmenschen und -lehrer auf Wiedersehen sagen. Ich war einfach nicht bereit mein nahezu perfektes Leben hier aufzugeben, aber eine andere Wahl hatte ich ja auch nicht :( Schließlich musste ich mich auch noch von der besten Gastfamilie überhaupt verabschieden und ganz ehrlich, ich habe mich noch nie im Leben so mies gefühlt. Also es ist jetzt nicht so das ich mich nicht auf Deutschland gefreut hätte, aber alle, die schon einmal einen Austausch gemacht haben, verstehen wie schlimm es ist sein zweites zu Hause zu verlassen und zu wissen, dass es nie wieder so sein wird wie zuvor. Das klingt jetzt alles so schrecklich deprimierend :D Aber das genaue Gegenteil ist der Fall: Das alles zeigt doch nur, was für ein tolle Zeit ich hatte.

Ich kann allen nur empfehlen selbst ein Austauschjahr zu machen! Ihr werdet es nicht bereuen!

Eins steht fest: Ich werde für immer Heimweh nach Kanada haben und komme auf jeden Fall zurück!!!

 

Mein kanadisches Weihnachten:

Um ehrlich zu sein, hatte ich vor Weihnachten nen ziemlichen Schiss, weil es ja um Familie und alles geht und ich dachte, ich würde Heimweh bekommen. War am Ende zum Glück aber nicht so :D Morgens mit Family geskyped und Geschenke ausgepackt, mittags haben wir nen Winterspaziergang gemacht und abends sind wir zum Christmas Eve (24.) Dinner zu Melissas Eltern gegangen. Was ich ein bisschen komisch fand war, dass man sich richtig hübsch anziehen MUSSTE! Jeans waren nicht erlaubt. Naja egal, der Abend war echt schön und es gab, wie die gesamte letzte Woche lang schon, Turkey. Am eigentlichen Weihnachtstag wurde ich um 7 Uhr geweckt um die Geschenke aufzumachen. Das waren so viele! Das ganze Wohnzimmer war voll mit Geschenkpapier am Ende :D Denn hier bringen alle Freunde der Familie und Nachbarn Geschenke für die Kinder (also natürlich nur wenn du klein bist). Ich hab ganz viele Kleinigkeiten wie Badezeugs, Stifte, ne Tasse und so bekommen und ein Kissen zum selbermachen. Von ihren Eltern hab ich so ein Buch mit verrückten Fakten über Kanada bekommen und 2 Rubbellose, aber nix gewonnen :c :D Und von Mels Schwester hab ich ne selbstgemachte Tasche aus ihrem Geschäft bekommen! Ich glaub meine Geschenke kamen auch gut an. Bin danach auch wieder schlafen gegangen, denn ich war echt müde.

 

Mein kanadisches Silvester:

Mein Silvester war lebensgefährlich und gleichzeitig unspektakulär – wie das geht liest ihr hier:
Um 2 Uhr fuhr ich zu Viktorias Haus, weil ihre Familie mich eingeladen hat mit denen Silvester zu verbringen. Dazu sind wir zu Freunden gefahren, die außerhalb von Nelson auf nem ziemlich hohen Berg leben. Hochgefahren wurden wir mit einem Schneemobil was super viel Spaß gemacht hat. Die Hütte war einfach nur cool! So groß wie ein Haus, funktioniert mit Solarenergie und alles selbstgemacht aus Eichenholz :o Ungefähr 40 Leute waren da, unter anderem auch Verwandte der Familie. Alle waren echt nett zu uns, es war aber trotzdem was komisch für mich, denn Viktoria kannte ziemlich viele (sind ja schließlich Freunde der Familie) und ich kannte einfach mal keinen… Naja,ging schon :) Alle Kinder sind dann auch sofort Schlittenfahren gegangen, denn man konnte insgesamt etwa 15 Minuten lang am Stück Schlitten fahren (Wie schon gesagt, die wohnen echt weit oben auf dem Berg), wenn man es denn geschafft hat genügend Schwung zu haben und um die Kurven zu kommen. Wir habens nicht hingekriegt, denn entweder hatten wir gar keinen Schlitten oder wir hatten einen und der war echt schlecht :D Hatten trotzdem viel Spaß! Hoch wurden wir immer im Schneemobil gefahren, wo wir hinten in so ner Art Kajak saßen und ehrlich gesagt war das das Beste vom ganzen Tag.
Wieder zurück in der Hütte, aufwärmen, was essen und trinken.
Zwischendurch sind wir noch auf nen Abendspaziergang gegangen, aber ohne Taschenlampe, denn Vivis Gastvater wollte, dass sich unsere Augen an das (nichtvorhandene) Licht gewöhnen. Der Schnee war super tief und ich war vom Schlitten fahren eh durchnässt also war eigentlich alles nur noch egal. Wir sind zu dem Haus der Nachbarn (20 Minuten lang nen Berg hochlatschen) und ich war danach so fertig! Dort angekommen sind wir erstmal in ein altes zerfallenes Haus geklettert und dann ins eigentliche Haus gegangen. Der Sohn des Besitzers war zurzeit nicht da, dafür aber Lucas, ein Typ aus unserer Schule und es war einfach nur super lustig, denn wir haben uns ins Haus geschlichen… Naja nicht wirklich… Eigentlich sind wir ganz normal reingegangen und der hat uns nicht bemerkt. Wir waren im selben Raum und er hat uns immer noch nicht bemerkt. Und gerade als wir ihn erschrecken wollten kam der Besitzer zurück. Also sind wir schnell raus, ein bisschen Smalltalk und wir machten uns wieder auf. Irgendwann haben wir beschlossen, einfach nen nicht begehbaren (im Sinne von: der Schnee ist so tief, es ist fast unmöglich zu laufen und super anstrengend) Pfad lang zu gehen. Nach 5 Minuten war ich komplett außer Atem, aber wir sind noch etwa 15 Minuten weitergegangen bis wir in ne Sackgasse kamen. An diesem Punkt war ich schon vollkommen erschöpft, dabei mussten wir nochmal zurück. Und kurz bevor wir wieder den normalen Weg erreicht haben, kriegte ich nen schlimmen Asthmaanfall. Es war ziemlich schlimm, ich fühlte mich so als würde ich ersticken. Gleichzeitig war ich überrascht und hatte auch Angst, da wir mitten im Wald im Nirgendwo waren. Nach ner Weile gings aber wieder :) Um 9 Uhr sind wir nach Hause gefahren und ich und Viktoria haben uns in ihr Zimmer verzogen und gequatscht. Irgendwann kam Mr. Machado dazu und gemeinsam haben wir dann über unsere Mitschüler getratscht. Hahaha das war einfach so genial :D Anschließend war eigentlich nicht mehr so viel los.
„Oh, was, es ist Mitternacht? Happy new year!!!“ Eine Runde Umarmung und danach schlafen gehen. So lief mein eigentliches Silvester ab. Relativ unspektakulär, oder? Kein Feuerwerk, nix. Wir beide waren ein wenig enttäuscht und sind dann einfach in unseren Schlafanzügen auf der Bakerstreet rumgelaufen in der Hoffnung auf ein wenig Silvesterstimmung. Das Highlight war dann, dass wir ganze zwei Feuerwerksraketen gehört haben :D

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Feiertage doch recht unterschiedlich sind im Vergleich zu Deutschland, aber nicht unbedingt in einer schlechten Weise. Ich fand es gut mitzuerleben wie andere Kulturen diese Feste feiern, auch wenn ich persönlich finde, dass es in Deutschland ein bisschen besser ist :D

Dezember 2013:

So.. jetzt sind schon 3 Monate um und besonders viel hat sich nicht geändert seit dem letzten Post. Ich spiele jetzt Basketball anstatt Feldhockey und mittlerweile ist es hier richtig kalt! An manchen Tagen wird es maximal nur 16 Grad und trotzdem laufen alle in dünnen Jacken und Turnschuhen rum. Ich erzähle euch einfach mal etwas über die Unterschiede zwischen Deutschland und Kanada.

Ich hätte nie gedacht,dass es in Kanada richtig wenige Züge gibt und dass es ein Land gibt das teurer ist als Deutschland (also nur manchmal, die Post hier ist verdammt teuer zum Beispiel).

Ehrlich gesagt hätte ich mit nem Kulturschock gerechnet, der aber nie eingetreten ist. Generell war ich überrascht wie ähnlich sich doch Kanada und Europa sind.

Mir ist aufgefallen, dass Ahornsirup (natürlich :D ), Sojasauce und Bacon ziemlich beliebt in Kanada sind. Aber mit dem Ahornsirup artet das hier manchmal echt aus, ich mein Salatdressing oder Schnee mit Syrup klingt schon recht merkwürdig oder? Ist es aber ehrlich gesagt nicht! Ich trinke nie wieder meinen Tee ohne Ahornsirup!

In meiner Gastfamilie wird sehr multinational gegessen. Mal gibt es afrikanische Suppe, dann mal was asiatisches und ganz oft mexikanisch. Eins meiner Lieblingsessen ist Pierogi, eine Art Kartoffelteigtaschen oder so aus Polen.

Ein Schultag in Kanada / Nelson beginnt erst um 8.40 und endet um 15.17. Man hat nur 4 Stunden am Tag, die jeweils 80 Minuten dauern. Es gibt eine Blockrotation, so dass du jede Woche ein anderes Fach als erstes hast und zweimal in der Woche gibt es nur Doppelstunden. In der allerersten Stunde gucken sich alle LVTV an, die schuleigene Nachrichtenshow, wo halt alles Aktuelle erzählt wird.

Und nochmal ein bisschen über mein Leben hier :

Manchmal träume ich auf Englisch aber nie so ganz. Aufgefallen ist mir das vor etwa einem Monat. Man kann sagen ich träume bilingual :D Also ich rede mit meinen deutschen Freunden und auf einmal fang ich an englisch zu denken und dann red ich Englisch und denk auf deutsch! Es ist so verwirrend denn das passiert mir auch im echten Leben. Deswegen ist mein Deutsch mittlerweile recht schlecht geworden – haha.

Ich wünschte in der Schule in Deutschland würde mehr englische Umgangssprache gelehrt, denn ich finde das Englisch was wir lernen bringt hier manchmal nichts. Kein Mensch sagt trousers oder rubbish. Dagegen sollten wir nützliche Begriffe für den Alltag lernen, finde ich. Außerdem werden hier viele Sachen anders betont und überhaupt wird auf andere Länder wie Kanada, Australien oder Neuseeland im Schulunterricht nicht wirklich eingegangen.

So viel erstmal von mir aus Kanada. Bald werde ich euch dann sicher von meinem kanadischen Weihnachten und Silvester berichten :)

 

November 2013:

Jetzt ist schon die Hälfte vorbei,die Zeit rast.

Ich weiß noch genau,wie ich am 1.9. meine Familie umarmte und ehrlich gesagt gar nicht mehr gehen wollte. Ich hatte viele Zweifel: Werd ich meine Gastfamilie mögen ? Werde ich Freunde finden ? Und wie ist es überhaupt in einer Kleinstadt zu leben? Doch natürlich ging’s dann auch trotz aller Zweifel direkt los und nach etwa einem Tag bin ich endlich in meiner zweiten Heimat – Kanada – gelandet. Hier soll ich also für ein halbes Jahr leben. Meine Gastfamilie hat mich sofort herzlich begrüßt und ich hab mich schnell als Teil der Familie gefühlt. Auch meine Zweifel über die Schule und überhaupt über die ganze Lebensart waren völlig unbegründet. Ich muss sagen,die Lebensart hier unterscheidet sich nicht sehr von der europäischen, und trotzdem ist sie komplett anders ! Daher hatte ich auch keinen wirklichen Kulturschock.

Hier ist mal ne ,,kurze“ Zusammenfassung von meiner ersten Woche :

Montag: zu einem Park außerhalb von Nelson gefahren,am Strand gepicknickt, dann in nen Wald gelaufen an einem Fluss entlang und Kookenay-Fische beobachtet. Das sind so rot-grüne Fische,die es nur in BC (British Columbia) gibt und die springen irgendwie den Fluss hinauf bis nach ganz oben. War ganz lustig anzusehen und der Wald war echt schön :) Wieder zurück, in den Supermarkt (der kleinste Supermarkt in Nelson ist 2x so groß wie der zu Hause :D ), dann kam meine Betreuerin und wir haben über Regeln und so gesprochen. Die Ingrid ist aus der Schweiz und mega lustig! Obwohl sie schon echt lang hier lebt hat sie immer noch so nen lustigen Akzent :D Abendessen war lecker (ist es immer), ganz wichtig: Im Salatdressing war AHORNSIRUP! Ach ja, die haben hier kein Kabelfernsehen = 5 Monate kein Fernsehen! Wenn ich wieder daheim bin werd ich erstmal den ganzen Tag lang fernsehen :D

            

Dienstag: erster Schultag! Also fast… war nur half-block day. Erstmal so ein Treffen für die Internationals und dann zum Unterricht. 1. Stunde: Bridging Englisch – da ist Englisch für die Internationals und da gucken die halt wie gut wir sind und dementsprechend werden wir später in andere Kurse unterteilt. 2. Stunde: Media Arts – besteht zu 90% aus Jungen = 25 Jungen, 4 Mädchen und eine ist nie da… Egal, da müssen wir momentan ein Film über uns selbst machen, ist also ganz einfach. 3. Stunde: P.E. Girls – ja ist halt Sport ne :D Aber der Unterricht ist mega einfach! Wir machen immer lustige Aufwärmspiele und dann spielen wir Tennis. 4. Stunde: Töpfern – das ist das Dümmste was ich je gemacht hab! Den Kurs muss ich uuuuuunbedingt wechseln!!! ( Wie ihr sehen könnt, hab ich das echt gehasst – wenn ich das so lese muss ich echt lachen :D Wie ihr später noch lesen werdet wollte ich das wechseln, hätte auch geklappt aber ich hab abgelehnt weil ich meine Freunde in der Klasse zu sehr mochte.)

Mittwoch: erster richtiger Schultag!
Die Schule hier ist total anders als in Deutschland! Die Stunden dauern hier 80 Minuten und an doubleblockdays 160 Minuten (das wird lustig mit Sport). Ich hab jeden Tag nur 4 Fächer aber die Reihenfolge rotiert immer… Warum? Würd ich auch gern wissen! Die Lehrer hier sind alle sooo nett und cool! Die sind so wie Freunde für dich und es ist völlig normal mit denen während des Unterrichts über deren Haustier zu quatschen, es gibt hier keine Klingeln – so ziemlich alles ist anders aber ich mags :) Bridging English: Partner interviewen und vorstellen, dann hat uns die Lehrerin uns noch etwas über Nelson erzählt und was wir machen müssen wenn wir nem Elch, Bär oder Stinktier begegnen (ist hier nämlich durchaus möglich). So geiler Unterricht :D Media Arts: mussten nur ein Storyboard malen P.E.: Die Mädels sind alle richtig nett, und ich bin schlecht in Tennis. Töpfern: Reinste Katastrophe! Wir mussten stundenlang so ein Klumpen Ton Kneten damit da keine Luftlöcher drin sind, den dann durchschneiden und wieder kneten, und das ne halbe Stunde lang! Dann ne Kugel formen (Jaja, ich und ne Kugel formen.. konnt ich noch nie), die durchschneiden, und dann aus den Halbkugeln dann so pinch pots oder so machen, am Ende die Hälften dann wieder zu ner Kugel zusammen machen – WTF?!

Donnerstag: Br.Engl.: Lernüberprüfung (kein Test, die schreiben hier nur irgendwie eine richtige Arbeit pro Jahr?) Med.Art.: wieder Storyboard P.E.: Ja Gott, ändert sich jetzt nicht so viel :D Töpfern: Dummdummdumm! Nach der Schule dann Fächer wechseln gegangen. Dabei gibt es aber nur noch dumme Fächer und jetzt stehe ich auf ner Warteliste für Mathe. Spannend! :D Abends sind wir dann bei den Eltern meiner Gastmutter gewesen und das Haus von denen ist eins der coolsten die ich je gesehen hab!!! Bei der Eingangstür ist so ne Feuerwehrstange zum runterrutschen, in der oberen Etage sind so Bretter auf dem Boden, die muss man wegschieben und dann ist da ein Loch mit ner Leiter wo du dann z.B in die Küche runterklettern kannst, und im Keller gibt es so ne Drehtür wie in diesen Spionagefilmen. Wo man denkt das ist ne Wand und dabei ist dahinter noch ein Raum! :) Und überall sind so Kleinigkeiten versteckt wie ne Mäusefalle und dann steckt da ne Computermaus drin. Das Essen war lecker und die Familie ist super nett.

Freitag: Schule war so wie immer, danach den gelben Schulbus genommen aber anscheinend den falschen denn ich bin am Ende am Arsch der Welt außerhalb von Nelson gelandet :D Mein Gastvater hat mich dann Gott sei Dank gefunden. Zu Hause war ich dann völlig fertig und hab erstmal geweint, weil ich so geschockt war und dann hat sich Melissa (hostmum) ganz lieb um mich gekümmert und mir Tee+Schoki gebracht und nen Film angemacht. So um 18 Uhr gabs ne Carparade in Nelson, wo Oldtimer durch die Bakerstreet (die Hauptstraße Nelsons) gefahren sind. War echt schön!

Samstag: Ich schlaues Kind hab dann auch mal dran gedacht die Gastgeschenke abzugeben und sie haben sich sehr gefreut :) Mittags war wieder die Carshow, aber diesmal standen die Autos und man konnte sie sich in Ruhe anschauen. Hab mir erstmal nen Hotdog gekauft und bin rumgelatscht. Ich liebe die kleinen Läden in Nelson, da gibts so lustige Sachen. In einem Laden konnt man so Blechschilder, Sticker, T-Shirts, Karten mit lustigen Sprüchen etc, kaufen.

Sonntag: Ausflug zum Wasserfall, der ist richtig cool und man konnte daran hochklettern (hab ich auch gemacht :) ), wieder zum Gyro Park, wo man ne tolle Aussicht über Nelson hat und dann war ich wieder in der Mall, und hab nach nem Locher gesucht… und ehrlich, man kann hier jeden Mist kaufen aber einen Locher zu finden ist unmöglich! Ok, hab den am Ende doch gefunden aber trotzdem :D Bin dann wieder zum Lake Side Park gegangen (das ist der Schönste finde ich) und spazieren gegangen. Hab dann auf einmal so nen Sportpark gefunden, also da waren halt so Outdoorsportgeräte. Die musste ich natürlich sofort ausprobieren und es hat richtig Spaß gemacht :D Musste dann aber wieder zurück und wurde abgeholt.

So, das war meine erste Woche :)

Am Anfang haben die Kanadier alle ein wenig verschlossen gewirkt, aber nach einiger Zeit hab ich bemerkt, dass es die freundlichsten Menschen sind, wenn man sie was näher kennt. Jedoch rennen die nicht sofort auf dich zu, wenn sie hören, dass du aus Deutschland bist. Ich weiß, dass man das eigentlich nie erwarten sollte, aber ein wenig mehr Interesse hab ich dann schon erwartet. In der ersten Zeit wurde ich natürlich öfter enttäuscht und umso öfter überrascht. Um ehrlich zu sein fand ich die Schule zuerst nicht so toll und nur ein paar Wochen später liebte ich sie! Ceramics habe ich gehasst und jetzt hab ich dort viele gute Freunde und hab durchgehend A´s (Einsen).

Mit meiner Gastfamilie hab ich richtig Glück – ich hätte mir keine bessere Gastfamilie für mich vorstellen können! Ich hab zwei kleine Geschwister ( 2 und 4), was eine willkommene Abwechslung war, denn zu Hause war ich immer die ,,Kleine” und jetzt konnt ich mal sehen wie es ist die ,,große Schwester” zu sein. Wie schon erwähnt, hab ich mich sehr schnell als Teil der Familie gefühlt, obwohl es am Anfang ein paar Probleme mit den Kindern gab. Es war ungewohnt für mich, dass es immer laut ist, denn bei kleinen Kindern ist das nun mal so. Das war jetzt aber nicht wirklich so schlimm und ich hab einfach viel zu viel Spaß mit denen um böse auf die zu sein wenn die mich um 6 Uhr an einem Samstag wecken :D

Zur Schule: Ich gehe auf die L.V. Rogers Secondary School in Nelson. Meine Fächer sind wie ihr seht nur lustige Fächer :) Die Lehrer hier sind richtig cool und du kannst mit denen über alles reden. Generell find ich die Schule hier ehrlich gesagt viel besser als in Deutschland! Es gibt coole Aktionen wie BBQ’s, Tage an denen man sich einfach verkleidet oder Contests. Und das beste: Ich hatte erst 2 mal Hausaufgaben! Das soll jetzt nicht heißen, dass man hier nichts lernt, das tut man nämlich – und zwar ziemlich viel, deswegen sind Hausaufgaben gar nicht nötig.

Ich hab dann auch schnell Anschluss und Freunde gefunden. Besonders dass ich im Feld Hockey Team bin, hat mir geholfen. Denn im Team ist man ein Teil einer Familie und dort habe ich die verrücktesten Kanadier getroffen, die es in ganz Kanada gibt :D Ich würde jedem empfehlen einem Sportteam beizutreten – man erlebt einfach so viel ! Von Frustration über verlorene Spiele bis hin zum ,,We are the Champions” singen auf dem Weg nach Vancouver.

Über die Betreuung von Kolumbus kann ich mich echt nicht beschweren. Falls ich ein Problem hab, ist meine Betreuerin 24h am Tag ansprechbar. Alle kümmern sich sehr gut um dich, was nicht selbstverständlich ist.

Zusammengefasst kann man sagen, dass das die kürzesten 2 Monate meines Lebens waren, denn ich hab hier einfach so viel Spaß und will gar nicht zurück!

 

 

September 2013:

Ella, die Gewinnerin unseres diesjährigen Kreativstipendiums ist bereits in Kanada angekommen und sendet uns einen ersten Gruß von sich und ihrer Gastfamilie. Wir wünschen ihr weiterhin viel Spaß und tolle neue Erfahrungen während ihres High School Aufenthaltes in Kanada!