Elisas letzter Monat in Spanien

Leider ist dies jetzt schon mein letzter Bericht, was auch gleichzeitig heißt das meine Zeit in Spanien so gut wie vorbei ist. Auf der einen Seite freue ich mich natürlich endlich meine Familie und Freunde in Deutschland wiederzusehen und dann gemeinsam mit ihnen Weihnachten zu Feiern. Aber auf der anderen Seite bin ich auch ein Wenig traurig wieder nach Hause zu fahren und von meiner Gastfamilie und neuen Freunden Abschied nehmen zu müssen.

Trotzdem muss ich sagen, dass der vergangene Monat, der schönste Monat hier in Spanien war, weil erst dann alles richtig anfing. Mit meinem dazugelernten Spanisch konnte ich anfangen mehr zu verstehen und mich mehr in Konversationen mit einbringen, auch wenn dies immer noch sehr schwierig ist. Und insgesamt habe ich mich noch ein Stück mehr in den spanischen Alltag eingelebt.

An den vergangenen Wochenenden hatte ich die Möglichkeit des Öfteren nach Zaragoza zu fahren, was mir wirklich sehr gut gefallen hat.Einmal bin ich zum Beispiel zusammen mit meiner Gastmutter gefahren um die Stadt an sich zu sehen und ein bisschen shoppen zu gehen. So habe ich den für Zaragoza bekannten Pilar (römisch-katholisches Kirchengebäude) gesehen, welcher riesig aber auch sehr schön ist. Auf dem Platz vor der Kirche wurde schon eine menschengroße Krippe zum Durchgehen aufgebaut, die einen so richtig in Weihnachtsstimmung versetzt.Des Weiteren haben wir den Ebro (Fluss in Zaragoza) mit der Brücke „Puente de Piedra“ angeguckt.

In einem Café haben wir dann „churros con chocolate“ gegessen, die typisch für Spanien sind. Das ist eine Tasse mit heißer, flüssiger Schokolade, welche man zusammen mit einem Gebäck namens „churros“ isst. Mir hat das sehr sehr gut geschmeckt und ich kann es nur jedem empfehlen, der mal nach Spanien fahren sollte, zu probieren.

An einem anderen Wochenende bin ich mit einer Freundin in das Shoppingcenter „Puerto Venecia“ gefahren, welches das größte in Europa sein soll und wo es von Kinos über Einkaufsläden und Restaurants bis hin zu einem See zum Boot fahren oder jetzt im Winter zum Schlittschuh laufen, so gut wie alles gibt. Dort war alles schon mit Weihnachtslichtern geschmückt, was hier leider auf den Dörfern noch nicht der Fall ist. Wir hatten leider nur sehr wenig Zeit, auf Grund der Busse die wir kriegen musste, und konnten somit zwar alles sehen aber bei Weitem nicht alles machen was dort angeboten wurde.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich drei wunderschöne Monate hinter mir hab, in denen ich sehr viele Erfahrungen sammeln konnte. Die letzte mir bleibende Woche werde ich auf jeden Fall noch einmal so richtig genießen und ich hoffe schon jetzt, dass ich irgendwann, noch einmal hier hinfliegen kann um alle wiederzusehen.

 

Elisas zweiter Monat in Spanien

Jetzt bin ich schon fast zwei Monate hier und mir kommt es vor, als vergeht die Zeit wie im Flug, wenn man bedenkt, dass ich in gut einem Monaten schon wieder zu Hause bin und Weihnachten feiere. Aber daran möchte ich jetzt noch nicht denken.

Inzwischen habe ich mich hier sehr gut in den Alltag eingelebt. In meiner Freizeit gehe ich einmal die Woche, wie sehr viele andere Mädchen, mit denen ich mich gut verstehe, zum Zumba, was mir sehr gut gefällt. Sonst ist es üblich sich nachmittags oder abends mit Freunden in einem alleinstehenden Raum im Dorf zu Treffen, um einfach nur zusammen zu Sitzen und zu Quatschen. Am Wochenende ist meistens irgendwo ein „Fiesta“, wofür die Spanier ja auch bekannt sind.

Vor ein paar Wochen hatte ich schon die Möglichkeit in das Baskenland zu fahren. Meine Gastschwester spielt Fußball und hatte ein Spiel in San Sebastian, zu welchem meine Gastmutter und ich sie begleiten konnten. Wir sind also mit der ganzen Mannschaft in einem Bus, drei Stunden lang hin und abends wieder zurück gefahren. Das war wirklich lustig, weil die Spanier total offen auf dich zugehen und du sofort dazugehörst. Ich habe mich auch mit dem Trainer, welcher aus Andalusien kommt unterhalten, was gar nicht so einfach war. In Andalusien werden einige Buchstaben, wie zum Beispiel das „s“ einfach verschluckt, sodass ich im Nachhinein ganz froh bin in Zaragoza zu sein, weil das Spanisch, was hier gesprochen wird, auch gerade am Anfang leichter zu verstehen ist.

Am Wochenende war ich hier im Dorf im Kino, was mich zuerst verwundert hat, dass ein so kleines Dorf ein eigenes Kino hat, aber die Spanier sind halt immer gut für Überraschungen. Der Film, welchen ich gesehen habe, heißt „Ocho apellidos vascos“ (Acht baskische Nachnamen). Dieser handelt von vielen Witzen und Missverständnissen, die bei einer Beziehung zwischen einem Andalusier und einer Baskin auftreten. Leider konnte ich diese nicht alle verstehen, auf Grund der Sprache und dem Wissen über die verschiedenen spanischen Kulturen. Trotzdem war es möglich die Handlung des Films nachzuvollziehen, was immer wieder wie ein kleines Erfolgserlebnis.

Jetzt geht es langsam auf Weihnachten zu und ich freue mich sehr darauf mehr über die Spanischen Weihnachtsbräuche zu erfahren. So habe ich zum Beispiel schon Lose für die spanische Weihnachtslotterie gekauft oder den für Weihnachten typischen „Turón“ probiert.


Elisas erster Monat in Spanien

Ich heiße Elisa, bin 15 Jahre alt und mache zurzeit einen drei Monate langen Schüleraustausch in Spanien. In Deutschland besuche ich die zehnte Klasse.

Für mich fing alles mit einem dreitägigen Orientation-Camp in Barcelona an, auf das ich mich schon sehr gefreut habe. Dort hatte ich die Möglichkeit andere Austauschschüler, zum Beispiel aus den USA, Italien oder Finnland zu treffen und mich mit ihnen über unsere Erwartungen auszutauschen. Außerdem haben wir eine Bustour durch Barcelona gemacht und noch das Wichtigste besprochen, bevor dann der große Tag kam, an dem wir das erste Mal unsere Familien getroffen haben.

Meine Gastfamilie ist meine Gastmutter, Maria Aurora, meine Gastschwester Marta (17) und mein Gastbruder Jonathan (19), welcher in der nächst größten Stadt, Zaragoza wohnt und dort studiert. Ich habe mich direkt vom ersten Tag an richtig gut mit meiner Familie verstanden. Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen, sodass ich mich gar nicht erst wie ein Gast gefühlt habe.

Wir wohnen in dem kleinen Dorf Magallón mit 1400 Einwohnern. Weil sich hier fast jeder untereinander kennt, grüßt man jeden den man auf der Straße sieht mit einem „Adiós“ oder „Hasta luego“ oder man hält an um sich „kurz“ zu Unterhalten, egal ob man Zeit hat oder nicht.

Hier in Spanien gehe ich wie in Deutschland  in die zehnte Klasse, nur dass sie hier 4°ESO genannt wird. Jedoch ist das gesamte Schulsystem ein wenig anders. Ein Schuljahr ist in drei Trimester geteilt, sodass ich den ersten Trimester hier verbringe. Als Erstes besucht man hier sechs Jahre lang eine Art Grundschule. Danach kommen dann 1°-4°ESO und dann wie bei uns auch zwei Jahre für das Abitur, „primero y segundo de bachillerato“. Die Schule fängt hier erst um halb neun an und endet für alle Klassen um halb drei, nach der sechsten Stunde. Es gibt insgesamt zwei Pausen nach jeweils zwei Stunden. Die erste Pause ist 30 Minuten lang, sodass man schnell in die Stadt gehen kann, wenn man sich noch etwas kaufen möchte.

Was mir sofort am ersten Schultag aufgefallen ist, ist dass der Unterricht viel lockerer ist. Die Lehrer werden geduzt und mit Vornamen angeredet. So etwas wie Aufzeigen kennt man hier auch nicht. Deswegen werden Diskussionen im Unterricht auch sehr schnell sehr laut. Das ist etwas woran ich mich erst einmal gewöhnen musste.

Insbesondere am Anfang war es für mich sehr schwer etwas zu verstehen, weil die Spanier generell sehr schnell reden. Deswegen musste und muss ich auch immer noch oft nachfragen ob sie ein wenig langsamer sprechen können, was dann auch kein Problem ist.