Archiv für die Kategorie „Marleen in Irland“

Ich, die einen 3-monatigen Irlandaufenthalt hinter sich hat, möchte nun auch euch ein Stückweit an meiner Erfahrung teilhaben lassen. Es gibt so viel zu erzählen- so viel, dass ich sicher nicht alles schreiben kann, aber damit ihr zumindest einen kleinen Einblick bekommt, habe ich für euch meine erste Woche in Irland einmal zusammengefasst. Von dem Abschied meiner Eltern über die Ankunft und das erste Aufeinandertreffen mit meiner Gastfamilie bis hin zu meinem ersten Schultag an einer völlig fremden Schule.

Am Donnerstag flog ich pünktlich um 10.30 in Hamburg los. Meine Eltern brachten mich zum Flughafen und auch mein Onkel und meine Tante schauten noch vorbei. Das Gewicht meines Gepäcks  war knapp unterm Limit (19,8kg) und auch bei der Kontrolle gab es keine Probleme. Erst jetzt merkte ich, wie angespannt ich vor Angst war, dass ich dort aufgehalten werden könnte aus irgendeinem Grund. Vor Freude sprang ich in die Luft und war danach absolut tiefenentspannt. Eine super Voraussetzung für den ersten Flug, den man alleine bestreitet. Den Flug ins sonnige Dublin genoss ich durch und durch und auch am Dubliner Airport lief alles glatt. Ich musste zwar ein wenig dort auf meine Gastmutter warten, aber aufgrund meiner bereits erwähnten Tiefenentspannung, blieb ich absolut ruhig. Der erste Schritt zu meiner ganz persönlichen Reise war getan und bis jetzt wurde ich nur von positiver Neugier geplagt.  Meine Gastmutter lud mich zum Lunch ein und wir schnackten ein bisschen. Ich war  überrascht, wie gut das funktionierte. Sie hatte schon einige Erfahrung mit Austauschschülern und war daher eine gute Ansprechpartnerin und Vertrauensperson für mich in der nächsten Zeit.
Wir warteten noch eine Stunde am Flughafen um eine andere deutsche Austauschschülerin, Laura, mitzunehmen, mit der ich die ersten beiden Nächte mein Zimmer teilte. Ich war ziemlich überrascht, dass meine Gastfamilie so viele Austauschschüler bei sich hatte. Zu dem Zeitpunkt einen Südkoreaner, eine Brasilianerin und eine Spanierin in meinem Alter, mit der ich mich sehr gut verstanden habe, und die mir auch sehr beim Einleben in Portmarnock geholfen hatte.
Portmarnock ist mehr oder weniger ein kleiner Vorort von Dublin mit um und bei 9000 Einwohnern, klein, übersichtlich und nicht viel los. Das Schönste dort war der Strand, der grade mal 5 Minuten zu Fuß von meinem neuen Zuhause entfernt war.
Am ersten Tag holte ich auch gleich meine Schuluniform, und die Bluse und der Pulli sahen eigentlich ganz nett aus, aber der Rock war nicht ganz so mein Fall: grau und waden-/knöchellang, aber das war auch gut so bei dem kalten Wind dort. Laura und ich schlenderten noch ein wenig durch Portmarnock. Wie bereits erwähnt, ist Portmarnock ein typischer Vorort, was für mich, die nun selbst aus einer Großstadt kommt, mal sehr abwechslungsreich war. Man soll es nicht glauben, aber jedes Haus, jede Ecke, wirklich alles sieht gleich aus. Dementsprechend haben wir uns gleich verlaufen. Aber halb so schlimm, nach Hause schafften wir es trotzdem wieder schnell.
Zum Abendbrot gab es dann Fish’n‘Chips, und das war auch nicht das letzte Mal. Der erste Tag war ganz vielversprechend. Schön und aufregend. Noch mehr Vorfreude auf die nächsten Tage machte sich breit.

Am nächsten Tag sind Laura und ich zum Treffpunkt in die Innenstadt gefahren, wo wir Leute von der Organisation getroffen haben, damit die uns ein bisschen herumführen, weitere Infos geben und so weiter und so fort. Der Spire, wo wir uns getroffen haben, ist das Markenzeichen von Dublin, eine riesige Nadel , die in den Himmel sticht, vielleicht 100m hoch? Verfehlen kann man sie auf jeden Fall nicht.
Die Organisation brachte uns, eine Gruppe 7 deutscher Mädchen, in ein Hotel, wo sie uns zu Kaffee und Kuchen einluden. Währenddessen stellten wir uns alle gegenseitig vor und sie gaben uns unsere irischen Handys+ SIM-Karte. Danach zeigten sie uns noch die Sprachschule, wo sie sich unter der Woche aufhielten und dann wanderten wir durchs City Center, d. h. unter anderem Temple Bar und Trinity College und am Ende luden sie uns noch auf eine Pizza ein inkl. Vorspeise. Das waren Mengen, das konnte man gar nicht aufessen!


Danach sind wir Mädels noch auf eigenem Fuße durch Dublin geschlendert und haben uns umgeschaut. Das war toll! Wir schossen eine Unmenge an Bildern, gingen bei Penneys shoppen (das ist so was wie Primark, also viel für wenig Geld) und unterhielten uns über die kommende Zeit.

Irlands Strand

Am Samstag traf ich mich mit Aisling. Sie war letztes Jahr für drei Monate in Deutschland bei ihrem Onkel und ging zufälligerweise auf dieselbe Schule wie ich, daher kenne ich sie. Damals freute ich mich tierisch, dass ich schon jemanden aus Dublin kannte, bevor ich überhaupt dort war.
 Das Wetter war wieder einmal hervorragend, Sonne pur, und auch sie zeigte mir ein paar Ecken in Dublin, unter anderem den St. Stephan’s Green, ein gemütlicher, kleiner Park am Ende der Shoppingmeile.
 Als ich wieder in Portmarnock war, ging ich allein an den Strand. Ob ich wollte oder nicht, plötzlich fühlte ich mich alleine. Es war das erste Mal, dass ich wirklich ganz alleine mich dort in Irland befand, denn Laura war am Morgen abgereist zu ihrer eigentlichen Gastfamilie. Alles ist neu und so unbekannt und mir wurde bewusst, dass ich mir nicht sicher sein konnte, ob sich das wirklich in drei Monaten ändert. Werde ich hier Anschluss finden? Wenn nicht, würde das wirklich eine lange Zeit werden.

Sonntag habe ich mich mit ein paar spanischen Austauschschülern getroffen, oder besser gesagt meine Gastmutter arrangierte das Treffen für mich. Ich kannte dort ja noch keinen. Sie zeigten mir ein bisschen Portmarnock,  und “integrierten” mich. Sie sind sehr nett, sowieso ist hier jeder absolut freundlich. Zumindest darum musste ich mich hier nie sorgen. Später stieß ich noch auf Catharin und Marlene, zwei weitere deutsche Austauschschülerinnen aus Deutschland, die in meiner Nachbarschaft wohnen und schon seit Anfang des Schuljahres da waren.

Der erste Schultag: Glaubt mir, ich war so aufgeregt und nervös, ich konnte es selbst kaum glauben. Rock und Pulli waren ein bisschen groß, aber alles in allem kann ich mir schon vorstellen, dass ich mich bald in der Uniform wohlfühlen werde, was auch wirklich eintraf. Catharin & Marlene brachten mich zur Schule (10 Minuten zu Fuß). Den ganzen Schultag war ich Marlenes Schatten, da ich noch keinen Stundenplan hatte.
Die Schule unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht zu der, die ich kenne, aber daran gewöhnte ich mich in den meisten Hinsichten recht zügig. Als ich später am Tag meine Fächer wählte, entschied ich mich für Kunst, Musik, Französisch und Ingenieurswesen (das erinnert an Werken). Desweiteren habe ich Irisch, dass hier ein Pflichtfach ist, Mathe, Englisch, Sport und Religion. In Irisch ging ich aber meistens zu Extra Englisch, was sie hier für das fünfte Jahr eingerichtet hatten, da auf meiner Schule dieses Jahr sehr viele Austauschschüler waren.

Rückblickend kann ich sagen, dass es eine gute Erfahrung war mal eine Schule in einem anderen Land zu besuchen. Es hat mich entspannter gemacht  und einige Dinge weiß ich nun auch wieder an meiner deutschen Schule zu schätzen, allerdings hat mir persönlich die Sprachenschule mehr gebracht. Freundschaften aufzubauen war dort wesentlich leichter, aber nun gut, es ist eigentlich auch nicht normal, dass so viele Austauschschüler auf einer normalen High School sind. Mir hat diese Tatsache einiges erschwert, da den irischen Schülern nicht wirklich etwas daran gelegen war, uns in ihre Grüppchen zu integrieren. Und auch so gut wie alle Austauschschüler waren schon das komplette Schuljahr da.

Dennoch habe ich dort schöne Erlebnisse gehabt und bin froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.

So viel von mir und meinen ersten paar Tagen. Ich hoffe, dieser Bericht hat euch ein wenig weiter gebracht ;)

Wenn ihr no9ch mehr wissen wollt, könnt ihr gerne meinen Blog besuchen, den ich während meines Aufenthalts geführt habe.
 
-> www.marleen-on-tour.blogspot.com