Archiv für die Kategorie „Jannis in Amerika“

Mein Auslandsjahr in den USA hat eigentlich schon 3 Monate vor der eigentlichen ‚Reise’ begonnen, nämlich als ich mich dafür angemeldet habe.

Es war zugegebenermaßen eine schwierige Entscheidung, doch letztendlich eine Entscheidung, die ich nicht hätte besser machen können!

Es war alles sehr kurzfristig entschieden und trotzdem hat Kolumbus High School es geschafft, eine tadellose Organisation durchzuführen. Ich habe mir viele Organisationen angeschaut, doch keine dieser hatte einen so kurzfristigen Service im Angebot. Ich konnte mir sogar die Region aussuchen, in die ich wollte und bin folglich nach Vero Beach in Florida, an die Indian River Charter High School gegangen.

Am Tag vor meiner Abreise – einem Donnerstag – war ich sehr aufgeregt und sehr gespannt, aber auch ängstlich, meine Familie hinter mir zurückzulassen. Jedem, der diesen Schritt wagt, wird es so gehen, doch man muss über seinen eigenen Schatten springen und den Versuch wagen, denn die Ergebnisse dieses Jahres sind unglaublich und nichts anderes könnte einem ein solches Gefühl von Unabhängigkeit verschaffen, geschweige denn ein so gutes Englisch.

Die erste Erfahrung die ich gemacht habe war ohne perfekte Sprachkenntnisse einen Anschlussflug an einem der größten Flughäfen der Welt zu bekommen, was überraschenderweise sehr einfach war. Im Flugzeug habe ich mich die ganze Zeit mit einem texanischen Rocker unterhalten, der sehr freundlich war und mich schon mal ein bisschen in die amerikanische Kultur eingewiesen hat.

Als ich dann in Orlando angekommen bin, hat mich meine Koordinatorin der Partnerorganisation von Kolumbus abgeholt und mich in mein Hotel gebracht. Wir durften noch 2 Tage mit anderen Austauschschülern dort bleiben, um die unglaubliche Stadt Orlando kennen zu lernen. Ich hätte mir ehrlich keinen besseren Start in mein Auslandsjahr vorstellen können. Wir sind in das ‚UpsideDownHouse’ gegangen, haben Lasertec gespielt, sind im Pool schwimmen gegangen und haben uns zu einer gemeinsamen Besprechung für das kommende Jahr zusammengefunden. Den Rest der Zeit habe ich mit Austauschschülern aus der ganzen Welt verbracht, wir durften machen was wir wollten, sei es shoppen oder doch einfach nur relaxen. Auch jetzt wo ich wieder in Deutschland bin, habe ich noch sehr viel Kontakt zu all diesen Freunden.

Am Samstag dann haben uns unsere Gasteltern abgeholt. Es war mittags und als wir ‚Zuhause’ angekommen sind hatten wir erst einmal Zeit, uns das Haus anzugucken, unsere Eltern anzurufen und und und…

Dann als wir fertig waren haben unsere Gasteltern uns – mir und meiner schwedischen GastschwesterJ- die Stadt und alles Besondere dort gezeigt. Einkaufen waren wir direkt am Anfang sowohl Lebensmittel, was auf Grund der riesigen Supermärkte überwältigend war, als auch Anziehsachen, die sehr sehr günstig sind. Am nächsten Tag hatten wir noch einen Tag um uns einzugewöhnen und den Tag darauf ging es auch schon los: Mein erster High School Tag! Es war besser als ich ihn mir vorgestellt habe.

Anfangs bin ich zur Schule gekommen und habe im Office direkt meinen individuell zusammengestellten Stundenplan bekommen, den ich am Vortag bei einer weiteren Infoveranstaltung gemacht habe. Er bestand – so komisch es klingt – aus Englisch, Sport, Beach Volleyball, Mathe, Spanisch und Geschichte. In jedem Fach an diesem Tag wurde ich namentlich vorgestellt und das Interesse der Mitschüler war überwältigend. Besonders in Sport als wir Fußball gespielt haben. An meiner Schule gab es außerdem auch so genannte „Homebases“, dies sind Räume wo sich nur bestimmte Gruppen aufhalten dürfen um näher zusammenzurücken. Jeder hat eine und diese ermöglicht es einem wesentlich einfacher Kontakte zu knüpfen. Im Prinzip war somit der erste Schultag auch vorbei und genau der selbe bis auf ein paar kleine Abänderungen wiederholte sich dann bis zu meinem Abschied und ich war 100% zufrieden damit. Der Sport Unterricht war so wie ich ihn mir immer erträumt habe. Die Schüler durften entscheiden, ob wir Fußball, Football oder Kickball spielen. Ach ja, es war ein reiner Jungen-Kurs was es wesentlich angenehmer gemacht hat zu spielen. Es gab natürlich auch Kurse die eher mit Mädchen besetzt waren, wo dann mehr auf ihre Bedürfnisse eingegangen wurde.

Generell habe ich sehr schnell viele und gute Freunde gefunden, mit denen ich auch heute noch mindestens einmal in der Woche skype.

Ich habe vor meinem Aufenthalt sehr viel über den Kontakt mit meinen Eltern nachgedacht und ob es dort jegliche Probleme geben könnte, doch dies geschah nicht ansatzweise. Skype funktionierte einwandfrei. Sehr häufig hatte ich aber auch gar keine Lust zu skypen, weil ich so beschäftigt mit meinen Freunden und dem Sport war. Ich war sportlich sehr aktiv in Amerika. Ich habe sowohl Kickboxen als auch Fußball für meine High School betrieben und bin so sehr gut in Form geblieben. Es gab wirklich immer was zu tun und wenn nicht, dann haben mich meine Freunde einfach mit ihrem Auto abgeholt. In den Pausen sind wir fast regelmäßig einfach wirklich irgendwo hingefahren und haben gegessen und rumgeblödelt. Es war immer super und ein Riesenspaß!

Es gab so viele unglaublich schöne Momente die ich erlebt habe, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann, doch ein paar haben definitiv überwogen.

Zuerst einmal waren da die Besuche bei Disney World und Universal Pictures. Ich hab noch nie etwas so unglaublich Schönes und Aufregendes gesehen. Wer Harry Potter gesehen hat wird merken, dass er spätestens nachdem er das Butterbier (Selbstgebrauter nicht alkoholischer Drink) sich wie in Hogwards fühlt. Das Schloss von Disney World ist so getreu nachgebaut worden, dass man es kaum glauben kann. Und nicht nur das. In beiden ‚Parks’ sind so viele Attraktionen, die einen einfach überwältigen und ich kann nur empfehlen, es selbst auszuprobieren.

 

 

 

 

Ein weiterer super Moment in meinem Auslandsjahr war, als ich das entscheidende Siegtor beim Fußball gegen unsere Erzrivalen-Schule erzielt habe. Unbeschreiblich! Die Leute haben einfach nur noch gefeiert! Solche Erlebnisse sollte man wirklich nicht verpassen!

Aber es sind nicht nur die großen Momente, die das ganze Jahr prägen, es sind auch kleine Dinge, wie Kinobesuche, am Wochenende Football spielen mit Freunden oder in den Pool meiner Gastfamilie zu springen, wenn mir langweilig war! Doch eigentlich passierte das nicht sehr häufig. In einer Gastfamilie wird man sich zwar nie so fühlen wie in der eigenen Familie, doch man wird gewiss eine andere Rolle einnehmen, in der man sich bestimmt genauso oder noch wohler fühlt als zu Hause. Doch diese Erfahrung muss jeder selbst machen. Die Gastfamilien, zumindest die von denen ich gehört habe, achten besonders auf 2 Dinge: Halte dein Zimmer sauber und erledige deine Chores bzw. Aufgaben im Haushalt, wie beispielsweise Küche putzen, was für mich persönlich ein Klacks war. Es wurde wirklich nicht viel von mir erwartet.

Zum Thema Schule kann ich noch festhalten, dass das gesamte Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern viel besser ist als in Deutschland. Es wird sich umarmt, zumindest bei manchen, und wesentlich besser aufeinander eingegangen. Seien es Hausaufgaben oder persönliche Probleme. Man lernt dort in Amerika auch erwachsene Leute kennen, die zum Beispiel auch mit einem Paintball spielen gehen oder Quad fahren.

Wo ich gerade über super Erlebnisse spreche fällt mir ein, dass das Meer und unser See, wo man Wasserski und Jetski fahren konnte, ein einziger Traum war. Ich habe mich jedes Mal gefreut dort hinzugehen und es hat jedes Mal Spaß gemacht!

Letzten Endes war die Abreise das Traurigste am ganzen Jahr in Amerika. Viele Tränen wurden vergossen und zwar nicht nur von meiner Seite. Als alle meine Freunde versammelt waren, habe ich erst gesehen, wie viele Freunde ich eigentlich gefunden hatte und wie sehr ich mich entwickelt habe. Als ich plötzlich angefangen habe Englisch zu reden ohne überhaupt darüber nachzudenken, wie viel ich erreicht habe und wie viel ich geschafft habe. Auf dem Weg zum Flughafen hatte ich dann noch einmal viel Zeit über alles nachzudenken und mir ist aufgefallen, dass die Zeit so schnell vergangen ist, dass ich noch nicht mal Zeit für eine Abschiedsfeier hatte.

Abschließend kann ich sagen, dass mir das ganze Jahr unglaublich viel gebracht hat – mehr als ich mir erträumt hatte- und ich es jedem empfehlen kann!

Die Chance zu einer High School Experience ist einmalig und wird sich sonst nie wieder ergeben. Also nutzt eure Chance besser jetzt als nie! Egal wie es euch gefallen wird – es wird definitiv eine Erfahrung fürs Leben sein!