Mein kanadisches Weihnachten:

Um ehrlich zu sein, hatte ich vor Weihnachten nen ziemlichen Schiss, weil es ja um Familie und alles geht und ich dachte, ich würde Heimweh bekommen. War am Ende zum Glück aber nicht so :D Morgens mit Family geskyped und Geschenke ausgepackt, mittags haben wir nen Winterspaziergang gemacht und abends sind wir zum Christmas Eve (24.) Dinner zu Melissas Eltern gegangen. Was ich ein bisschen komisch fand war, dass man sich richtig hübsch anziehen MUSSTE! Jeans waren nicht erlaubt. Naja egal, der Abend war echt schön und es gab, wie die gesamte letzte Woche lang schon, Turkey. Am eigentlichen Weihnachtstag wurde ich um 7 Uhr geweckt um die Geschenke aufzumachen. Das waren so viele! Das ganze Wohnzimmer war voll mit Geschenkpapier am Ende :D Denn hier bringen alle Freunde der Familie und Nachbarn Geschenke für die Kinder (also natürlich nur wenn du klein bist). Ich hab ganz viele Kleinigkeiten wie Badezeugs, Stifte, ne Tasse und so bekommen und ein Kissen zum selbermachen. Von ihren Eltern hab ich so ein Buch mit verrückten Fakten über Kanada bekommen und 2 Rubbellose, aber nix gewonnen :c :D Und von Mels Schwester hab ich ne selbstgemachte Tasche aus ihrem Geschäft bekommen! Ich glaub meine Geschenke kamen auch gut an. Bin danach auch wieder schlafen gegangen, denn ich war echt müde.

 

Mein kanadisches Silvester:

Mein Silvester war lebensgefährlich und gleichzeitig unspektakulär – wie das geht liest ihr hier:
Um 2 Uhr fuhr ich zu Viktorias Haus, weil ihre Familie mich eingeladen hat mit denen Silvester zu verbringen. Dazu sind wir zu Freunden gefahren, die außerhalb von Nelson auf nem ziemlich hohen Berg leben. Hochgefahren wurden wir mit einem Schneemobil was super viel Spaß gemacht hat. Die Hütte war einfach nur cool! So groß wie ein Haus, funktioniert mit Solarenergie und alles selbstgemacht aus Eichenholz :o Ungefähr 40 Leute waren da, unter anderem auch Verwandte der Familie. Alle waren echt nett zu uns, es war aber trotzdem was komisch für mich, denn Viktoria kannte ziemlich viele (sind ja schließlich Freunde der Familie) und ich kannte einfach mal keinen… Naja,ging schon :) Alle Kinder sind dann auch sofort Schlittenfahren gegangen, denn man konnte insgesamt etwa 15 Minuten lang am Stück Schlitten fahren (Wie schon gesagt, die wohnen echt weit oben auf dem Berg), wenn man es denn geschafft hat genügend Schwung zu haben und um die Kurven zu kommen. Wir habens nicht hingekriegt, denn entweder hatten wir gar keinen Schlitten oder wir hatten einen und der war echt schlecht :D Hatten trotzdem viel Spaß! Hoch wurden wir immer im Schneemobil gefahren, wo wir hinten in so ner Art Kajak saßen und ehrlich gesagt war das das Beste vom ganzen Tag.
Wieder zurück in der Hütte, aufwärmen, was essen und trinken.
Zwischendurch sind wir noch auf nen Abendspaziergang gegangen, aber ohne Taschenlampe, denn Vivis Gastvater wollte, dass sich unsere Augen an das (nichtvorhandene) Licht gewöhnen. Der Schnee war super tief und ich war vom Schlitten fahren eh durchnässt also war eigentlich alles nur noch egal. Wir sind zu dem Haus der Nachbarn (20 Minuten lang nen Berg hochlatschen) und ich war danach so fertig! Dort angekommen sind wir erstmal in ein altes zerfallenes Haus geklettert und dann ins eigentliche Haus gegangen. Der Sohn des Besitzers war zurzeit nicht da, dafür aber Lucas, ein Typ aus unserer Schule und es war einfach nur super lustig, denn wir haben uns ins Haus geschlichen… Naja nicht wirklich… Eigentlich sind wir ganz normal reingegangen und der hat uns nicht bemerkt. Wir waren im selben Raum und er hat uns immer noch nicht bemerkt. Und gerade als wir ihn erschrecken wollten kam der Besitzer zurück. Also sind wir schnell raus, ein bisschen Smalltalk und wir machten uns wieder auf. Irgendwann haben wir beschlossen, einfach nen nicht begehbaren (im Sinne von: der Schnee ist so tief, es ist fast unmöglich zu laufen und super anstrengend) Pfad lang zu gehen. Nach 5 Minuten war ich komplett außer Atem, aber wir sind noch etwa 15 Minuten weitergegangen bis wir in ne Sackgasse kamen. An diesem Punkt war ich schon vollkommen erschöpft, dabei mussten wir nochmal zurück. Und kurz bevor wir wieder den normalen Weg erreicht haben, kriegte ich nen schlimmen Asthmaanfall. Es war ziemlich schlimm, ich fühlte mich so als würde ich ersticken. Gleichzeitig war ich überrascht und hatte auch Angst, da wir mitten im Wald im Nirgendwo waren. Nach ner Weile gings aber wieder :) Um 9 Uhr sind wir nach Hause gefahren und ich und Viktoria haben uns in ihr Zimmer verzogen und gequatscht. Irgendwann kam Mr. Machado dazu und gemeinsam haben wir dann über unsere Mitschüler getratscht. Hahaha das war einfach so genial :D Anschließend war eigentlich nicht mehr so viel los.
„Oh, was, es ist Mitternacht? Happy new year!!!“ Eine Runde Umarmung und danach schlafen gehen. So lief mein eigentliches Silvester ab. Relativ unspektakulär, oder? Kein Feuerwerk, nix. Wir beide waren ein wenig enttäuscht und sind dann einfach in unseren Schlafanzügen auf der Bakerstreet rumgelaufen in der Hoffnung auf ein wenig Silvesterstimmung. Das Highlight war dann, dass wir ganze zwei Feuerwerksraketen gehört haben :D

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Feiertage doch recht unterschiedlich sind im Vergleich zu Deutschland, aber nicht unbedingt in einer schlechten Weise. Ich fand es gut mitzuerleben wie andere Kulturen diese Feste feiern, auch wenn ich persönlich finde, dass es in Deutschland ein bisschen besser ist :D

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