Jetzt bin ich schon seit fast zwei Monaten wieder zurück in Deutschland und trotzdem wünsche ich mir nichts mehr, als zurück nach Kanada zu gehen.

Es war einfach die beste Zeit meines Lebens! In den letzten sechs Monaten bin ich um einiges offener und selbstbewusster geworden. Um ehrlich zu sein, hat es irgendwie mein ganzes Leben leicht verändert: Mein ursprünglicher Plan war es eigentlich nach dem Abi nach Neuseeland zu gehen und jetzt kann ich an nichts anderes mehr als Kanada denken.

Ich hab die tollsten Menschen überhaupt kennengelernt! Kanadier sind einfach super nette und freundliche Menschen. Ich kann gar nicht beschreiben wie awesome sie einfach sind :D Aber jetzt hab ich nicht nur kanadische Freunde, sondern Freunde auf der ganzen Welt! Ich kann es nicht erwarten sie in Chile, China oder einfach wieder in Kanada zu treffen. Man könnte fast sagen, dass man während eines Austauschjahrs nicht nur eine Sprache oder eine Kultur kennenlernt, sondern etliche Kulturen und Menschen.

Natürlich gab es während meines Aufenthalts auch ups und downs, aber ich bin daran gewachsen und ehrlich gesagt auch stolz, wenn ich darauf zurückblicke, was ich alles geschafft hab.

Ich hab viel Neues über mich erfahren und konnte auch vieles ausprobieren. So hab ich beispielsweise herausgefunden, dass mir Feldhockey Spaß macht und ich ein Töpfertalent habe. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben in die youth group, also dem Jugendtreff von der Kirche gegangen, obwohl ich mit Religion eigentlich nichts am Hut hatte. Es hat meine Einstellung gegenüber Gott und der Welt positiv beeinflusst.

Ich erinnere mich noch ganz genau an meine Highlights von meinem Austauschjahr: Die Feldhockeytrips nach z.B. Vancouver, Trick or Treat, der erste sleepover und richtige kanadische Erfahrungen (Holz hacken, Eisfischen, Ski fahren, Lagerfeuer machen etc.) sammeln.

Wenn ich so nachdenke, würde ich sagen, dass mein letzter Monat der beste war. Man hatte nämlich feste Freunde, mit denen man sehr viel unternehmen wollte. Das hat  dann dazu geführt, dass ich wirklich jeden Tag irgendwas vorhatte und so gut wie nie Zeit hatte. Dies hat wiederum dazu geführt, dass ich vergessen habe meinen Koffer zu packen und am letzten Tag bis in die Morgenstunden daran saß, aber das ist eine andere Geschichte :D

Und irgendwann fingen auch die „ letzten Male“ an. Letztes Mal Basketball spielen, letztes Mal zur Youth Group gehen, letztes Mal in der Schule sein und meine liebsten Freunde und Lehrer sehen. An meinem letzten Tag habe ich in der Schule vieeeeel zu oft geweint :D Das lag aber auch daran, dass meine Freunde ganz heimlich ein Video für mich gedreht haben, indem mir meine Lieblingsmenschen und -lehrer auf Wiedersehen sagen. Ich war einfach nicht bereit mein nahezu perfektes Leben hier aufzugeben, aber eine andere Wahl hatte ich ja auch nicht :( Schließlich musste ich mich auch noch von der besten Gastfamilie überhaupt verabschieden und ganz ehrlich, ich habe mich noch nie im Leben so mies gefühlt. Also es ist jetzt nicht so das ich mich nicht auf Deutschland gefreut hätte, aber alle, die schon einmal einen Austausch gemacht haben, verstehen wie schlimm es ist sein zweites zu Hause zu verlassen und zu wissen, dass es nie wieder so sein wird wie zuvor. Das klingt jetzt alles so schrecklich deprimierend :D Aber das genaue Gegenteil ist der Fall: Das alles zeigt doch nur, was für ein tolle Zeit ich hatte.

Ich kann allen nur empfehlen selbst ein Austauschjahr zu machen! Ihr werdet es nicht bereuen!

Eins steht fest: Ich werde für immer Heimweh nach Kanada haben und komme auf jeden Fall zurück!!!

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