Archiv für Februar 2015

Heute bin ich seit genau einem Monat in Irland und wenn ich jetzt zurückblicke ist die Zeit tatsächlich schnell umgegangen, auch wenn ich das am Anfang niemandem glauben wollte.

Der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden war schrecklich, aber irgendwie war es auch aufregend alleine ins Ungewisse zu fliegen. Nach dem Treffen in Dublin bin ich zusammen mit zwei weiteren deutschen Jungs nach Athlone gefahren, wo wir dann von unseren Gastfamilien vom Bahnhof abgeholt werden sollten. Umso näher wir dem Bahnhof kamen, desto nervöser wurde ich. Man muss sich vorstellen, gleich im nächsten Moment seine Familie für das nächste halbe Jahr kennenzulernen. Wie sehen sie aus? Ob sie auch wirklich nett sind? All’ diese Gedanken waren in meinem Kopf, aber als meine Gastmutter dann mit ihrer Tochter kam um mich abzuholen (20min zu spät – irische Pünktlichkeit), war alles schnell vergessen:)

Ich wohne etwas außerhalb von Stallone in einem schönen Haus und habe auch mein eigenes Zimmer. Zusammen mit mir wohnt hier noch eine spanische Schülerin in meinem Alter, worüber ich jetzt wirklich froh bin. Wir sind echt schnell gute Freunde geworden. Da sie schon seit Anfang des Jahres da ist, konnte sie mir alles zeigen. Naja – wie gesagt – wir wohnen ziemlich auf dem Land und sind komplett auf die Familie angewiesen um irgendwie in die Stadt zu kommen, was ich ein bisschen schade finde. Auch legen die Leute hier nicht so großen Wert auf das Heizen, was aber auch seine guten Seiten hat, denn so verbringe ich die meiste Zeit mit der Familie vor dem Kamin! :)

Montags hat dann direkt die Schule angefangen, von 9:00 Uhr morgens bis 15:40 Uhr. Die irischen Schüler waren alle von Anfang an sehr nett zu mir, allerdings sind sie die vielen Austauschschüler gewohnt, sodass man lieber jede Alternative ergreifen sollte um mit ihnen zu reden. Das Transition Year ist wirklich abwechslungsreich! Gleich in der ersten Woche haben wir einen Ausflug nach Dublin und zum Golf-Spielen gemacht. Nach der Schule macht man eigentlich nichts, außer zu Hause zu sitzen – der Fernseher läuft auch immer.

 

Nach zwei Wochen habe ich angefangen ziemlich Heimweh zu bekommen. Es hilft mir immer mit Leuten zu reden, die in derselben Situation waren wie ich. Trotzdem wollte ich dann eine Zeit lang am liebsten jeden Tag mit meiner Familie skypen, aber das ist auf die Dauer keine gute Idee. Man muss versuchen damit klarzukommen jetzt weg zu sein, auch wenn das einem manchmal unmöglich erscheint. Zusammen mit meinen Eltern habe ich mich dann dazu entschieden hier in Irland in die 11. Klasse zu wechseln. Seit meine Familie außerdem noch beschlossen hat mich im Mid-Term-Break zu besuchen, geht es eigentlich nur noch bergauf. Es gefällt mir viel besser nach der Schule auch Hausaufgaben aufzuhaben (hätte nie gedacht, das mal zu sagen)! Auch der Unterricht ist anspruchsvoller, was mich auf die Dauer weiter bringen kann. Die Gesichter der Leute in meiner Klasse hättet ihr sehen müssen, als ich mich hier wie gewohnt gemeldet habe:D – das macht hier nämlich keiner. In meinem neuen Jahrgang habe ich dann sofort eine Gruppe total netter Mädchen kennengelernt. Ihr könnt mir glauben, dass einem Freunde das Leben schon viel einfacher machen.

 

Mittlerweile gehe ich hier regelmäßig ins Gym und auch reiten. Meine Gastmutter hat das Sportstudio für mich rausgesuch, wofür ich ihr wirklich dankbar bin. Zum Reiten hat mich eine irische Freundin mitgenommen. Die Abwechslung tut gut und hilft einem nicht viel an sein „normales Leben“, Familie und Freunde zu denken. Außerdem haben die hier unglaublich coole Cross-County Strecken:)

 

 

 

 

 

Hannah Hansen (15)