Archiv für Oktober 2014

Der Countdown läuft! Wir vergeben das letzte Kreativstipendium für das Jahr 2014/2015.  Alle unsere Teilnehmer, die im Januar / Februar 2015 mit uns verreisen, können teilnehmen. Der Einsendeschluss ist der 01.Dezember 2014! Hier seht ihr einen Beitrag von Lena,  eine unserer letzten Gewinnerinnen.

Weitere Informationen findet ihr unter: http://www.kolumbus-sprachreisen.de/high_school_aufenthalt/high_school_infos/stipendien.html

Ich heiße Elisa, bin 15 Jahre alt und mache zurzeit einen drei Monate langen Schüleraustausch in Spanien. In Deutschland besuche ich die zehnte Klasse.

Für mich fing alles mit einem dreitägigen Orientation-Camp in Barcelona an, auf das ich mich schon sehr gefreut habe. Dort hatte ich die Möglichkeit andere Austauschschüler, zum Beispiel aus den USA, Italien oder Finnland zu treffen und mich mit ihnen über unsere Erwartungen auszutauschen. Außerdem haben wir eine Bustour durch Barcelona gemacht und noch das Wichtigste besprochen, bevor dann der große Tag kam, an dem wir das erste Mal unsere Familien getroffen haben.

Meine Gastfamilie ist meine Gastmutter, Maria Aurora, meine Gastschwester Marta (17) und mein Gastbruder Jonathan (19), welcher in der nächst größten Stadt, Zaragoza wohnt und dort studiert. Ich habe mich direkt vom ersten Tag an richtig gut mit meiner Familie verstanden. Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen, sodass ich mich gar nicht erst wie ein Gast gefühlt habe.

Wir wohnen in dem kleinen Dorf Magallón mit 1400 Einwohnern. Weil sich hier fast jeder untereinander kennt, grüßt man jeden den man auf der Straße sieht mit einem „Adiós“ oder „Hasta luego“ oder man hält an um sich „kurz“ zu Unterhalten, egal ob man Zeit hat oder nicht.

Hier in Spanien gehe ich wie in Deutschland  in die zehnte Klasse, nur dass sie hier 4°ESO genannt wird. Jedoch ist das gesamte Schulsystem ein wenig anders. Ein Schuljahr ist in drei Trimester geteilt, sodass ich den ersten Trimester hier verbringe. Als Erstes besucht man hier sechs Jahre lang eine Art Grundschule. Danach kommen dann 1°-4°ESO und dann wie bei uns auch zwei Jahre für das Abitur, „primero y segundo de bachillerato“. Die Schule fängt hier erst um halb neun an und endet für alle Klassen um halb drei, nach der sechsten Stunde. Es gibt insgesamt zwei Pausen nach jeweils zwei Stunden. Die erste Pause ist 30 Minuten lang, sodass man schnell in die Stadt gehen kann, wenn man sich noch etwas kaufen möchte.

Was mir sofort am ersten Schultag aufgefallen ist, ist dass der Unterricht viel lockerer ist. Die Lehrer werden geduzt und mit Vornamen angeredet. So etwas wie Aufzeigen kennt man hier auch nicht. Deswegen werden Diskussionen im Unterricht auch sehr schnell sehr laut. Das ist etwas woran ich mich erst einmal gewöhnen musste.

Insbesondere am Anfang war es für mich sehr schwer etwas zu verstehen, weil die Spanier generell sehr schnell reden. Deswegen musste und muss ich auch immer noch oft nachfragen ob sie ein wenig langsamer sprechen können, was dann auch kein Problem ist.

Und schon ist mein erster Monat in England vorbei! Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen und ich fühle mich fast schon wie zu Hause! Doch vielleicht sollte ich von Anfang an anfangen: Alles fing mit meinem Flug von Berlin nach London an. Nachdem ich am Flughafen Berlin einen tränenreichen Abschied     hinter mir hatte, wurde ich in London freundlich empfangen und traf gleich eine Menge netter Austauschschüler. Jeder war mir sofort sympathisch, auch die beiden Gruppenleiterinnen, die sich später als die beiden Leiter der Organisation heraus stellten. Das hat mich sehr überrascht, aber vor allem gefreut. Denn die Menschen, denen ich mich in der Not anvertrauen müsste, wirkten wahnsinnig nett. Der erste Tag verging schnell und durch all die neuen Freunde vergaß ich auch all meine Sorgen bald.

Die Zeit in London war wunderbar. Nicht hauptsächlich wegen der Stadt, sondern wegen den vielen anderen Schülern. Als ich dann in Folkestone bei meiner Gastfamilie ankam, war ich entspannt und auch durch die Workshops und das ständige Englisch sprechen bestens vorbereitet. Ich würde jedem empfehlen, bei Möglichkeit einen solchen Trip mitzumachen! Natürlich war ich trotzdem wahnsinnig aufgeregt, als ich meine Gastmutter das erste Mal traf. Erst war es etwas still und komisch, doch dann lief das Gespräch wie von ganz alleine. Später traf ich meinen Gastvater und meine italienische Gastschwester. Alle waren wirklich nett, offen und lustig.Zu Beginn machte ich einige Ausflüge mit Alice, meiner Gastschwester. Inzwischen ist sie schon wie eine große Schwester für mich, mit der ich über alles reden kann. Zuerst hatte ich befürchtet, dass es bei einer Gastschwester zu Rivalität kommen könnte, doch wir unterstützen einander in allen Dingen.

Innerhalb weniger Tage hatte ich mich schon sehr gut eingelebt und musste mich nur noch einer großen Herausforderung stellen: Meinem erstem Schultag. Zuerst trafen wir den Schulleiter und andere Austauschschüler. Ich durfte drei Fächer wählen und damit war der erste Tag auch schon vorbei. Ernst wurde es erst als der Unterricht beginn. Französisch gefällt mir sehr gut. Es ist viel einfacher als in Deutschland, aber dadurch vertiefte ich meine Grundkenntnisse nur noch mehr. Und da ich immer von Deutsch in Englisch und dann Französisch denken muss, werde ich in beiden Fremdsprachen bedeutend besser. Es ist eine Herausforderung, aber macht eine Menge Spaß und ich merke, wie ich viel intensiver und gründlicher arbeite als zu Hause.

Mit meinen anderen beiden Fächern war ich sehr unglücklich. Das Fach war seltsam, die Leute auch. Ich fühlte mich einsam. Deshalb fragte ich beim Schulleiter nach, ob ich nicht wechseln könnte. Dieser Vorschlag wurde sehr freundlich angenommen und schon den nächsten Tag besuchte ich meine neuen Fächer. Geographie ist sehr spärlich besucht, gerade mal drei Leute und um ehrlich zu sein, auch die könnten sympathischer sein. Doch ich habe eine Menge Spaß, bin sehr gut und verstehe mich vor allem mit dem Lehrer sehr gut. Wenn ich nach Hause komme, werde ich definitiv besser in Geographie sein. Mein drittes Fach ist „Culture & Communication“. Es ist sehr interessant und ich lerne Dinge, die ich wahrscheinlich in Deutschland niemals brauchen werde, ich aber sonst nie erfahren hätte. Deshalb macht es mir sehr viel Spaß. Ich habe bereits viele Unterschiede in der Kultur festgestellt. Der Unterricht ist komplett anders und auch der Dresscode störte mich anfangs ein wenig. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und mir gefällt die Ordnung in der Schule sogar. Ich muss mich viel mehr selbst einteilen und habe extrem viele Freistunden, in denen ich meistens in Coffee Shops gehe und mich mit Austauschschülern unterhalte.

Ein wenig Probleme habe ich noch damit, englische Freunde zu finden. Ich rede mit vielen und verstehe mich gut, aber tatsächlich in unserer Freizeit machen wir nichts zusammen. Ein großer Erfolg war es schon, als sie mich zu McDonals mit sich eingeladen hatten! Es fällt mir schwer, mich in die Konversation einzubringen und positiv aufzufallen, doch ich bin mir sicher, dass mir das ebenfalls gelingt.

 

Vor allem meine Gastfamilie unterstützt mich in allen Dingen und ist abends immer für ein Gespräch da, um sich meine Sorgen oder Erlebnisse anzuhören. Ich bin sehr glücklich mit Ihnen und bin mir jetzt schon sicher, dass dieses Jahr wahnsinnig toll werden wird.