Archiv für Juni 2013

Hallo Ihr,

ich werde euch einmal ein bisschen von meinem zwei monatigen Aufenthalt in Irland erzählen. Wenn ich alles aufschreiben würde, was ich in dieser leider viel zu kurzen Zeit erlebt habe, wäre das vermutlich viel zu viel, deshalb hier meine Zusammenfassung.

Wenn ihr nach Irland reisen möchtet, solltet ihr auf jeden Fall Humor haben, gerne mal offen auf fremde Leuten zugehen, immer einen Regenschirm dabei haben und es nicht so streng mit der Pünktlichkeit nehmen. Natürlich High School Aufenthalt Irlandist es von Vorteil, wenn man nicht komplett schüchtern ist und auch gerne mal etwas erzählt, aber keine Angst, ich selbst habe am Anfang auch nicht allzu viel gesprochen, weil ich mich an alles erst einmal gewöhnen musste. Doch von Tag zu Tag macht es mehr Spaß Englisch zu reden.

Ich war unglaublich aufgeregt, als ich in Irland ankam und meine Gastmutter kam ca. 30 Minuten später als geplant – Ihr könnt euch vorstellen, wie ich da am Flughafen stand und wartete. Ich hatte zuvor schon ein paar Bilder per E-Mail von ihr bekommen und ein wenig mit ihr geschrieben, also wusste ich schon in etwa, wie sie aussieht. Die komplette Autofahrt in mein neues Zuhause starrte ich aus dem Fenster und bewunderte dieses wirklich sehenswerte Land. Das Meer, der Linksverkehr, die Menschen…ALLES. Meine Gastmutter stellte mir dann einige Fragen und sofort fanden wir etliche Gesprächsthemen, obwohl mein Englisch nicht ganz fehlerfrei war. Sie half mir bei der Aussprache und erklärte mir, wenn ich etwas falsch gesagt hatte, ohne besserwisserisch zu wirken.  Ich lernte selten so humorvolle, liebevolle und herzliche Menschen kennen. Meine Gastfamilie hat mich sofort in die Familie mit einbezogen und ist mir richtig ans Herz gewachsen.

Die Iren reden unheimlich gerne und sind unglaublich freundlich. Ob sie dich im Bus einfach mal anquatschen, oder beim Spazieren gehen, oder gar in einem Cafe: Man kann immer viel Spaß mit ihnen haben.

Besonders gut fand ich, dass man hier vor Ort eine sehr gute Unterstützung von dem Team in Irland bekommt. An den ersten 4 Mittwochen besuchten alle deutschen Austauschschüler die Language School, um ein Statement abzugeben und über Probleme zu reden, falls es welche geben sollte. Vorort gibt es auch eine Frau, die Deutsch sprechen kann, falls ihr Hilfe braucht. Alle sind ausgesprochen nett und hilfsbereit, falls ihr irgendwelche Probleme haben solltet, zögert nicht, sie anzusprechen. Dafür sind sie da :) Ein deutsches Mädchen fühlte sich beispielsweise unwohl in ihrer Gastfamilie, was natürlich jedem passieren kann :) die Betreuer vor Ort waren sofort da, und hatten sich darum gekümmert. Sie konnte die Gastfamilie wechseln und hatte ebenfalls eine unvergessliche Reise. In Irland wird auch ein kostenloser Englischkurs angeboten. Diesen kann ich nur empfehlen, da auch drei Spanier teilnahmen und alles recht lustig gestalteten. Außerdem gibt es dort einen Computerraum und eine kleine Plauderecke, die ihr nutzen könnt.

Malahide Community SchoolGroßes Thema ist natürlich die Schuluniform. Ich besuchte die Malahide Community School, wie der Name schon sagt, in Malahide. Ich hatte einen blauen, etwas zu langen Rock, mit einer hellblauen Bluse (die aber fast nie gesehen wurde, da das Wetter nicht allzu sonnig war), einen blauen Pullover und blaue Kniestümpfe. Manche Schulen möchten auch, dass man die Schuljacke anzieht, die ebenfalls blau ist, bei anderen ist es aber auch erlaubt, seine eigene zu tragen. Hier für die Jungs: Ihr müsst eine graue Stoffhose und einen blauen Pulli tragen, sieht nicht einmal so schlecht aus ;) Insgesamt… für meinen Geschmack etwas zu viel blau :D Da ihr die Uniform gleich in den ersten Tagen kaufen müsst, solltet ihr das Geld bar dabei haben und rechnet damit, dass sie teuer sein wird. (ca. 170 Euro) Achja, bringt schwarze Schuhe mit, ansonsten müsst ihr euch in Irland neue kaufen. Den Mädchen kann ich Ballerinas empfehlen, die tragen hier viele. Aber auch Vans sind in Ordnung, Hauptsache sie sind schwarz. Doch habt keine Angst, am ersten Tag wollte ich gar nicht mit dieser Uniform herumlaufen, doch als ich in der Schule war und wirklich JEDER so aussah, habe ich mir darüber keine Gedanken mehr gemacht. Inzwischen ist sie total normal für mich geworden :)

Die Schuluniformen in Irland sehen alle ähnlich aus, die von Portmarnock haben einen grauen Rock, graue Kniestümpfe und einen blauen Pullover. Die Mädchenschulen haben meistens einen etwas kürzeren Rock, das ist aber nicht immer so. Aber wie gesagt, das Aussehen ist hier etwas, dass nicht im Vordergrund steht :)

Die irischen Schüler sind unheimlich nett, sehr offen und gesprächig. Natürlich solltet ihr auch auf sie zu gehen. Manchmal habt ihr selbst auch Austauschschüler in der Klasse, die ebenfalls Deutsch sind. Wenn das der Fall sein sollte, versucht trotzdem untereinander Englisch zu sprechen. Das tut eurem Englisch gut und ist höflich den Iren gegenüber :)

Ich besuchte das Transition Year, das eines der gelasseneren Jahre ist. Natürlich wird Unterricht gemacht und Hausaufgaben müssen erledigt werden, oft haben wir aber auch Filme gesehen oder Präsentationen gemacht. Auch hier sind die Lehrer wahnsinnig nett, wenn ihr Fragen habt, stehen sie euch immer zur Verfügung, und wenn ihr etwas nicht machen wollt, weil ihr euch unwohl fühlt, kann man immer mit ihnen reden.

Neben meinen Pflichtfächern wie zum Beispiel, Religion, Englisch, Mathe, Computer und Irish (in Irish dürft ihr Hausaufgaben machen, malen oder lesen, da man diese Sprache als Deutscher nicht verstehen kann), gibt es noch sogenannte Module, die man wählen muss. Da manche Fächer schon belegt sind, hat man natürlich nur noch eine kleinere Auswahl, doch das ist total in Ordnung. Ihr müsst noch eine Fremdsprache wählen, meistens Spanisch oder Französisch. Falls ihr in Deutschland keine weitere Sprache gelernt habt, könnt ihr auch Deutsch wählen, das wird an manchen Schulen angeboten. Meine Module waren z.B. Theater, Media, Art, French und Geography. Alle Module habe ich mir nicht gemerkt, es soll aber auch noch History, Sport, Spanish, Wood, Ingeneering und so weiter geben. Also ist für jeden etwas dabei. In Theater haben wir oft Spiele gespielt und kurze Szenen nachgespielt, was wahnsinnig lustig war. In Media schreibt man Artikel für die sogenannte BLUE NEWS Zeitschrift, die auch verkauft wird. Hier konnte ich zwei Artikel schreiben, die auch veröffentlicht wurden. Fand ich super. Was man in Art (Kunst) macht, brauch ich vermutlich nicht zu erklären :) Nur eines, ihr müsst nicht begabt sein, um dieses Fach zu wählen. In dem Kurs sind einige (unter anderem ich), die nicht das Talent von Picasso haben.
Geography ist nicht das gewöhnliche Erdkunde, was wir von der Schule kennen, nein. Es ist tausendmal interessanter und nur zu empfehlen. Einmal hat unsere Lehrerin eine Schlange mitgebracht, die wir alle auch mal auf den Arm nehmen durften. Der Unterricht ist extrem spannend und abwechslungsreich.

Der Unterricht dauert meistens bis um 15:50 Uhr außer mittwochs, da nur bis 12:15 Uhr. Klingt lang, aber man gewöhnt sich dran. Die Schule beginnt um 10 vor neun. Dann habt ihr drei Stunden Unterricht (jeweils 40 Minuten außer mittwochs) danach eine kurze Pause von 15 Minuten. Dann habt ihr zwei Unterrichtsstunden und dann eine Mittagspause von 40 Minuten. Und dann bis zum Ende Unterricht. Man gewöhnt sich daran, wirklich :)

Die Busverbindungen sind eigentlich ganz gut und meine Bushaltestelle lag nur 5 Minuten von meinem Haus entfernt. Wie ich schon erwähnt hatte, verbrachte ich meine zwei Monate in Malahide. Eine wunderschöne kleine “Stadt”. Andere deutsche Austauschschüler, wohnten in Portmarnock oder Swords. Nach Dublin bin ich mit dem Bus ca. 40 Minuten gefahren, nach Portmarnock 15 und nach Swords ebenfalls 15 Minuten. Meistens bin ich aber mit meiner Freundin Sophia zu Fuß gelaufen.
Taxen gibt es hier unendlich viele, allerdings bin ich nur zweimal damit gefahren, da sie mir etwas zu teuer sind. Eine Busfahrt für ein Kind (unter 16) kostet eigentlich 1,25€. (Später haben wir dann herausgefunden, dass man auch ein Ticket erhält, wenn man dem Busfahrer nur einen Euro gibt). Ihr solltet darauf achten, das Geld im Bus passend zu haben, da er dir kein Rückgeld geben kann, sondern nur einen Zettel mit dem sogenannten “Refound” Betrag. Diese Zettel könnt ihr in einem Busoffice einlösen. Habe die Zettel über Wochen lang gesammelt und am Ende mehr als 10 Euro bar bekommen, also schmeißt die Dinger nicht weg ;)

Da meine Freunde und ich noch ein bisschen mehr von Irland sehen wollten, haben wir auch One-Day Touren gebucht (Mit Hilfe von der Organisation). Da bekommt ihr sogar ein bisschen Rabatt :) Die Touren könnt ihr euch unter dieser Internetseite ansehen: http://paddywagontours.com/ Die Busfahrer dort sind echt lieb und unterhaltsam :) Empfehlen kann ich euch die Tour zu Cliffs of Moher oder Ring of Kerry. Giants Causeway soll auch richtig schön gewesen sein.

Noch einmal zu dem Wetter: ich war vom 4 April bis zum 2 Juni hier in Irland. Anfang April war es extrem regnerisch und stürmisch, also nehmt bitte immer eine Regenjacke oder so etwas Ähnliches mit. Ende Mai wurde es dann wirklich richtig sonnig und warm. Also nicht nur dicke Kleidung :) Der irische Wetterbericht hat bei meinem zweimonatigen Aufenthalt ca. 3 Mal richtig gelegen, also verlasst euch nicht auf diesen. Ihr solltet immer einen Regenschirm dabei haben, weil es in Irland immer ganz plötzlich zu regnen beginnt, dafür auch meist nur 10 Minuten.

So, ich denke, jetzt hab ich euch genug geschrieben :)

An der Stelle möchte ich nur noch dem Kolumbus Team für die tolle Zusammenarbeit mit meinen Eltern danken. Für die super Organisation und dem echt freundlichen Team. Natürlich auch ein Danke an das Team vor Ort, das immer für mich da war. An die Schüler der Malahide Community School, und das Transition Year, mit denen ich die schönste Zeit meines Lebens verbringen durfte. Natürlich auch an die deutschen Mädchen, die ich durch die Organisation kennen gelernt habe und viel Spaß erleben durfte (Marleen, Carina und Tamara). Vor allem an Sophia, die nicht weit von mir entfernt wohnte und mit der ich zusammen so viel erleben durfte. An meine Mama, die das alles ermöglicht und mich unterstützt hat & an meine wirklich großartige Gastfamilie, mit der ich sicher noch in Kontakt bleiben werde und die ich niemals vergessen werde.

Falls ihr Fragen oder sonstiges habt, dann schreibt mir doch einfach eine E-Mail, ich werde euch natürlich immer zurück schreiben.

miri.kueffner[at]googlemail.com

Viel Spaß weiterhin, liebste Grüße, Miriam.