Archiv für Januar 2013

Der Dezember war der Monat, vor dem ich mich am meisten gefürchtet habe, weil mir gesagt wurde, dass man um Weihnachten herum am meisten Heimweh bekommen habe. Letztendlich war es gar nicht so viel, aber ich fange erstmal mit Anfang Dezember an.

Also am 1. Dezember haben wir den Weihnachtsbaum aufgestellt, der leider nicht echt war, aber das ist in den meisten Häusern hier so und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Dadurch, dass die Iren den Weihnachtsbaum schon so früh aufstellen, würde ein echter Baum bis Weihnachten gar nicht überleben. Außerdem haben wir die Dekoration aufgehangen und als ich gesehen habe, wie unglaublich viele Kisten voll Deko meine Gastfamilie hatte, konnte ich meinen Augen gar nicht trauen. Nachdem wir zu Ende dekoriert hatten, sah es dann eigentlich mehr aus wie in einem Dekoladen als wie in einem Haus. Teilweise waren Sachen dabei, die so kitshcig waren, dass meine Mutter in Deutschland, die niemals auch nur ins Haus lassen würde… Aber dadurch war es umso weihnachtlicher.

Was ich dieses Jahr sehr vermisst habe, war zum Einem mein Adventskalender und zum Anderen Nikolaus, Nikolaus kennen die hier gar nicht, was ich sehr schade fand. Aber anderes Land, andere Kultur!

Da Irland ja nicht so weit von Deutschland weg ist, hatte ich die Möglichkeit für die Weihnachtsferien nach Hause zu gehen. Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich einfach gerne die Möglichkeit wahrgenommen habe zu sehen wie die Iren feiern und die Zeit mit meiner Gastfamilie zu verbringen. Ich wollte auch diesen Bruch nicht haben, dass ich 2 Wochen kein Englisch rede und außerdem glaube ich, dass es nach den 2 Wochen schwer geworden wäre, wieder zurück nach Irland zu kommen.

Also, bin ich hiergeblieben und bin auch froh, dass ich mich so entschieden habe.

Anders als in Deutschland wird hier am 25. Dezember gefeiert, am 24. sind wir am Abend nur in die Kirche gegangen. Der 24. war generell komisch, ich habe den ganzen Tag überlegt, was wohl meine Familie in Deutschland gerade macht. Abends habe ich mit meiner Familie in Deutschland geskypt, während die alle gefeiert haben. Ich fand es ziemlich gut, da es das erste Mal war, dass ich meine Großeltern, meine Großtante und Großonkel und auch meinen kleinen Bruder gesehen habe .Es war also ganz schön und eigentlich hatte ich nach dem Skypen auch gar kein Heimweh mehr. Danach sind wir dann alle früh zu Bett gegangen, weil wir am 25. früh aufstehen mussten. Hier bekommt man die Geschenke nämlich früh morgens, weil der Weihnachtsmann angeblich in der Nacht kommt. Deshalb mussten wir um 7 Uhr morgens aufstehen, um unsere Geschenke zu bekommen. Meine Gasteltern hatten auch Kleinigkeiten für mich: Handschuhe, Schal, Creme, Body Lotion, Schokolade. Worüber ich mich sehr gefreut habe. Zum Glück haben sie sich auch über meine Geschenke an sie gefreut.

Nachmittags sind wir zu den Verwandten von meiner Gastmutter gefahren und hatten dort unser Christmas Dinner, ganz traditionell Turkey & Ham, also Truthahn und Schinken. Vor dem Essen bekommt man Christmas-Cracker, das sind eine Art Knallbonbons. Es müssen immer 2 Leute an je einem Ende ziehen, dann zerreißt der Cracker und die Person mit dem größeren Ende darf den Inhalt behalten, das heißt ein Witz, ein kleines Spielzeug und eine bunte Pappkrone, die man beim Essen aufsetzt, wodurch dann alle gleich etwas lustiger aussehen ;) Am 26. Dezember war St. Stephen’s Day, da kamen alle Verwandten zu uns und im Prinzip haben wir nochmal genau das Gleiche gemacht.

Ich fand das Weihnachtsfest hier schön, aber das in Deutschland finde ich doch besser, weil es erstmal viel gemütlicher ist, die Geschenke am 24. auszupacken, als am 25. morgens, wenn alle noch müde sind und das deutsche Weihnachtssessen finde ich doch etwas leckerer.

Silvester war im Vergleich zu dem in Deutschland nicht so gut, dadurch dass hier Feuerwerk illegal ist und für mich gehört das einfach dazu und ich hatte immer das Gefühl, dass etwas fehlt. Sonst waren die Ferien ganz schön, ich habe mich mit Freunden getroffen und mich generell einfach mal entspannt, das war auch nötig, da wir in der Schule vor den Ferien unsere Christmas-Exams geschrieben haben. Da haben wir in  4 Tagen 6 Klausuren geschrieben und das war schon etwas stressig, allerdings ist hier die Schule größtenteils nicht so schwer wie in Deutschland und von daher, war es eigentlich okay.