Archiv für November 2012

Es ist einfach unfassbar, wie viel in kurzer Zeit geschehen kann. Ich bin jetzt knapp über 2 Monate hier und es ist schon so viel passiert. Zum einem habe  ich mittlerweile meine Gastfamilie gewechselt, weil ich mich in meiner alten nicht wohl gefühlt habe. Ich möchte da jetzt nicht so genau drauf eingehen. Aber letztendlich hat es in der ersten Familie einfach nicht gepasst. Die Gastfamilie zu wechseln war schon komisch. Ich bin aber auch nicht von alleine drauf gekommen, zu wechseln, sondern die Organisation hat es vorgeschlagen, was auch eine ziemlich gute Idee war und der Wechsel ging auch relativ schnell. Als ich meine Sachen gepackt habe, war ich echt verwirrt, als ich gesehen habe, wie viel Gepäck ich hatte. Ich weiß nicht, wie sich dass in so kurzer Zeit so vermehrt hat.

Meine neue Gastfamilie ist richtig nett, ich habe einen kleinen Gastbruder, der ist 5 Jahre alt und 2 Gasteltern. Mein Gastvater ist total sportverrückt und er wollte sich direkt über den deutschen Fußball und Formel 1 mit mir austauschen. Verglichen zu meiner ersten Gastfamilie ist die neue total anders, aber ich fühle mich richtig wohl und ich werde auch als Mitglied der Familie gesehen, was total schön ist.

Letztens war Halloween und da das ja ursprünglich aus Irland kommt, wird das hier auch entsprechend gefeiert. Ich wohne in einer Siedlung mit relativ vielen Kleinkindern, von daher legen sich die Familien hier alle kräftig ins Zeugs um Halloween so schön wie möglich zu machen. Meine Gastfamilie hat im Vorgarten ein Zelt aufgebaut, Grabsteine auf den Boden gelegt, große Spinnen an die Wände gehängt, Skelette am Zelt befestigt und noch ganz viel andere Halloweendekoration. Dann stand eine Nebelmaschine am Boden und aus einem CD-Player kamen gruselige Gespenstergeräusche. Mein Gastvater hat sich als Skelett verkleidet und hinter das Zelt gestellt und wenn dann die Kinder kamen, hat er ihnen Süßigkeiten gegeben. Ich bin mit meiner Gastmutter und meinem Gastbruder um die Häuser gezogen und habe zugesehen, wie mein Bruder so viele Süßigkeiten gesammelt hat, dass er irgendwann seine Tasche nicht mehr tragen können. Es war aber total schön zu sehen, wie alle ihr Häuser dekoriert hatten und wie all die Kinder verkleidet waren. Später bin ich dann noch auf eine Halloween-Party gegangen und dort habe ich viele neue Leute kennengelernt.

In der Schule habe ich auch keine Probleme, wir haben momentan Ferien, aber vorher haben wir noch ein Zeugnis bekommen, dass war auch ganz gut.

Wir waren von der Organisation aus in Glendalough und Kilkenny. Glendalough liegt in der Countryside und es ist total schön, teilweise sieht es aus wie in Kanada. Kilkenny ist ein süßes Städtchen mit ganz vielen kleinen Cafés und Süßigkeitenläden. Es war ganz interessant auch mal andere Seiten von Irland zu sehen. Mittlerweile gewöhne ich mich auch immer mehr an Sachen, die am Anfang noch total komisch waren, zum Beispiel auch ans Essen. Eigentlich dachte ich, dass das nicht so anders ist, aber ein paar Unterschiede gibt es schon. Hier essen die eigentlich jeden Tag Kartoffeln und sehr viel Hühnchen und generell essen die hier ziemlich viel. Zum Lunch in der Schule kriege ich eigentlich jeden Tag Sandwiches, was aber ganz cool ist. Allerdings vermisse ich immer noch richtiges Brot und Brötchen. Hier gibt es nur Toast und unter Brot verstehen die dann Vollkorntoast. Aber daran gewöhnt man sich eigentlich schnell.

Momentan ist es so, dass mein Auslandsaufenthalt von Tag zu Tag besser wird und ich es wirklich genieße.